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Amoklauf in Emsdetten

Amokläufer baute seine Schule nach

Nun also doch: Der Amokläufer Sebastian B. baute im Taktik-Shooter "Counter Strike" seine ehemalige Schule, die Geschwister-Scholl-Schule in Emsdetten, nach. Zuvor wurde bekannt, es handele sich um ein Irrtum.

Günther Jauch zeigte gestern Abend auf RTL in "Stern TV" ein Level, welches die Schule in Emsdetten nachstellt. An mehreren Punkten wurde das blutverschmierte, selbstentworfene Logo des Täters angebracht, ein "RX" - die Abkürzung für seinen Nickname "ResistantX". Zuvor hieß es noch, das im Internet aufgetauchte Counter Strike-Level zeige die gleichnamige Schule in Melsungen (GamePorts berichtete).

Stoiber kritisiert die Hersteller von Spielen

Unterdessen geht die Debatte um ein Verbot von so genannten "Killerspielen" weiter. Edmund Stoiber äußerte sich gestern auf SPIEGEL ONLINE kritisch zum Thema. Zuvor war bereits bekannt, dass Bayern eine Bundesratsinitiative zum Verbot solcher Spiele einbringen wolle. "Viele dieser Spiele vermitteln eine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Wenn solche Wirkungen feststellbar sind - und die Wissenschaft tut das - dann muss man darauf reagieren. Das Herstellen und das Verbreiten dieser Killerspiele muss ganz anders als bisher reglementiert werden", fordert der CSU-Politiker. Er prangert auch die Entwickler und Publisher an: "Schon die Hersteller müssen prüfen, ob sie nicht bei der Produktion solcher Spiele gegen bestimmte Grundsätze verstoßen."

Im Interview auf SPIEGEL ONLINE sagte heute CDU-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach, die Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) würde nicht greifen. "Bei der USK spielen zum Beispiel die Gutachter gar nicht selbst, sondern überlassen das studentischen Hilfskräften. Ob das wirksamer Jugendmedienschutz ist, ist zumindest fraglich", so der Innenexperte.

Die Linkspartei möchte strengere Kontrollen für Waffenbesitzer

In der Netzeitung hingegen sagte der Vize der Linkspartei, Ramelow, "die Innenminister versagen, weil sie über das Waffenrecht nicht sprechen wollen und damit am tatsächlichen Problem vorbei debattieren". Ein zentrales Waffenregister sei "zwingend notwendig". Er kritisiert, dass vier Jahre nach Erfurt es immer noch die Möglichkeit gebe, Waffen im Internet zu bestellen. "Waffen müssen in allen Bereichen einer strengen Kontrolle unterliegen und Personen, die Waffen besitzen wollen, müssen speziell auf ihrer Eignung geprüft werden."

Sunflowers: Spiele fördern "den Dialog zwischen Generationen"

Heute kritisierte auch Publisher Sunflowers (Anno 1701, ParaWorld) die derzeitige Debatte. Das Unternehmen schreibt in seiner Stellungnahme, die aktuelle Diskussion würde einseitig geführt werden. "Wenn wir mit anderen Unterhaltungsmedien verantwortungsvoll umgehen können, sollten wir das auch mit Computerspielen schaffen", sagte Adi Boiko, Präsident der Sunflowers GmbH. "Darüber hinaus fördert das Spiel den Dialog zwischen Generationen, weil es sowohl Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern und Lehrer anspricht und fesselt." Schon am Dienstag sprach sich bereits "Electronic Arts" gegen ein Verbot aus.

Auch die Grünen sind gegen ein Verbot. Die "einfältige Forderung der Großen Koalition nach einem Verbot von Killerspielen (reicht) sicher nicht aus", sagte der Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck der Netzeitung.

"keinMensch" zeigt wieder den Abschiedsbrief

Die Betreiberin von "keinMensch" stellte unterdessen Ihre Webseite mit dem originalen Abschiedstext von Sebastian B. wieder online. Der Brief verschwand kurzzeitig von der Seite, weil die Polizei Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Betreiberin sie darum "bat". "Wir bitten Sie, den Brief, so wie sonstiges Material bezogen auf Herrn Bosse unverzüglich aus dem Netz zu nehmen", soll ein Polizist am Telefon gesagt haben. Als die eingeschüchterte Frau fragte, ob sie denn dazu verpflichtete sei, antwortete der Polizist: "Ich glaube nicht, dass Sie sich jetzt mit uns anlegen wollen." Juristen und Medienexperten haben sie bestärkt, die Webseite wieder online zu stellen. Zahlreiche User sprachen von Zensur.

(fsc)

Veröffentlicht am Donnerstag, 23. November 2006 um 19:13 Uhr

Schlüsselwörter

AmoklaufEmsdettenSebastian B.

Kommentare

Diese Kommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers oder der Redaktion übereinstimmen.

Timo Heuer () Hallo, habe mich mal im Forum von keinmensch.de umgeschaut. Dort wird die Tat von vielen sogar als gut bezeichnet und versucht mit dem Notwehrgesetz zu begründen... Soetwas ist echt abartig.
Claudia () Hallo, ich heiße Claudia,bin 19 Jahre alt werde bald 20 und komme aus Wuppertal in NRW. Ich finde sowas sehr schlimm,wie kann man sowas dummes antun.
jaja () dann solten gleich alle pc und notebooks vernichtet werden,vieleicht ist dan die ganze welt sicherer.
Hanseman () Auch in meiner Gegend sieht man ab und zu vermumte Kiddis im Walt mit SoftGuns herum laufen. Ist das verboten oder erlaubt???? Meine Kinder haben Angst, wenn vermumte Leute herum laufen. Das kann doch nicht Richtig sein, dass meine Kinder Angst haben müssen. Ich bin ja auch Angst-Frei auf einem Bauernhof aufgewachsen. Gleiches Recht auch für meine Kinder. mfg Hanseman
Adolf Rechts () sie haben recht, mir geht es ähnlich. Ich und meine Kinder haben auch fürchterliche Angst vor solchen Typen in unserer Nachbarschaft, sind zwar nich maskiert, sind aber trozdem überall schwarz am Körper, und die sprechen in soner furchteinflößenden Sprache miteinander. Alles terrositsen. Alle verbieten. Damit es hier wieder sicher wird...
Eiss () Hallo Ich bin 23 jahre. Also ich sag mal so alle wollen frieden aber ihr habt euro augen echt geschlossen es sind nicht die Spiele oder Filme an Amokläufe schuld sondern die Menschen selber und es wird auch nie eine Welt ohne Terror geben.Es spielt sich alles im Kopf ab.Man kann auch Amokläufer werden ohne solche spiele zu spielen oder solche Filme zu schauen.Ich spiele schon seit längere Zeit solche spiele und ich Bin nicht Amok gelaufen und davon giebt es viele menschen die nicht so sind das die gleich amok laufen.Es sind nur die die im Kopf krank sind oder die sich was einreden.Es wird nie ne perfekte Welt geben schreibt euch das hinter die Ohren und gebt nicht immer die medien schuld.
Peter () ich find das ja echt kagge was du, herr lieber Amokläufer, getan hast. Liebe Politiker, das hat nichts mit den Spielen zu tun(Counter-Strike, Doom3). Danke dass sie mir zugehört habt!

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