"Hardware von SEGA wird es nicht mehr geben" - Sebastian Weidenbeck, neuer Communitymanager von SEGA, spricht in seinem Interview mit GamePorts-Autor Alexander über die Arbeit mit den Fans, das Gute seines neuen Arbeitgebers und die GamesCom in Köln.
GamePorts: Zum 15. April sind Sie neuer Community Manager bei SEGA Germany geworden. Wie genau haben sich die Leser Ihr Aufgabengebiet vorzustellen?
Sebastian Weidenbeck: Also um einige meiner Aufgaben zu nennen: Ich bin der Ansprechpartner für Spiele-Websiten und für SEGA-Fanseiten. Zudem kümmere ich mich um die Online-Community aber auch die Gaming-Gemeinde. Beispielsweise vertrete ich SEGA auf LAN-Partys, Messen und Turnieren.
Sie waren zuvor u. a. als Redakteur für die Gamepro aktiv, haben damit auch den Kontakt zu den Spielern gehabt. Glauben Sie, dass diese Erfahrung Ihrem Job und Ihrem neuen Arbeitgeber nun von Vorteil sein können?
Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich in der Branche auskennt und sich so seit Jahren mit Videospielen und deren Fans beschäftigt. Für Branchenneulinge ist es sehr schwer sich ein fundiertes Fachwissen anzueignen, oder die Antwort auf jede Frage zu kennen.
Außerdem ist man einfach glaubwürdiger und kann bei Anfragen Websiten, LAN-Spieler und Fans besser beraten, wenn man ihre Leidenschaft teilt und versteht.
Werden Spieler die Möglichkeit bekommen, Einfluss auf die Gestaltung von zukünftigen SEGA-Titeln nehmen zu können?
Diese Möglichkeit hatten Spieler eigentlich schon immer – im Rahmen von Umfragen und Marktforschung. Außerdem werten wir bei entsprechend Community-starken Produkten auch das Feedback der Fans direkt aus. Letztendlich wird natürlich auch über die Verkaufszahlen indirekt Einfluss genommen.
Die Tage, in denen es SEGA-Hardware gab, schienen lange vorbei. In 2007 hat uns die Muttergesellschaft Ihres Arbeitgebers allerdings überrascht: Ein LCD-Handheld erblickte das Licht der Welt, in dem 20 Softwaretitel aus vergangenen Tagen Platz fanden. Haben die Spieler die Chance, mittelfristig mit einem wiederauflebenden Konkurrenten auf dem Konsolenmarkt zu rechnen?
SEGA entwickelt und vertreibt Spiele für alle Plattformen – Hardware wird es von SEGA unter keinen Umständen mehr geben. Bei dem angesprochenen Handheld handelt es sich um ein Lizenzprodukt, mit dessen Vermarktung und Produktion wir allerdings nichts zu tun haben.
Die Diskussion um so genannte "Killerspiele" ist in 2008 zwar abgeebbt, doch die Stimmen derer, die gesetzliche Maßnahmen fordern, werden nicht leise. Welche Haltung vertritt SEGA Germany in dieser Sache?
Unsere größten Erfolge feiern wir mit gewaltfreien Titeln (Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen für DS und Wii) oder mit Spielen, die eine bindende USK-Freigabe erhalten haben. Demzufolge sehen wir der kommenden Entwicklung sehr gelassen entgegen.
Für SEGA Germany ist der Weg von München nach Leipzig oder nach Köln ungefähr gleich lang. Dennoch darf die Frage erlaubt sein, wie SEGA auf das leise Gehen der Games Convention in 2008 und auf das laute Kommen der GamesCom 2009 reagiert hat?
Wir werden sowohl in Leipzig 2008 als auch 2009 in Köln präsent sein – der Standortwechsel lässt unser Engagement unberührt.
Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie lieber Sonic oder Super Mario sein wollen?
Ich entscheide mich für Mario & Sonic und bin dann beides. Easy!
Die Fragen stellte Alexander Trust, das Interview erschien zuerst auf seinem Weblog sajonara.de