Spaceforce Captains of Might and Magic
Das rundenbasierte Weltraumstrategiespiel "Spaceforce Captains" ködert den Spieler mit dem Kampf um das Universum, zahlreichen Flotten und Schlachten von epischem Ausmaß. Außerdem wird mit Rollenspielelementen geworben und einer atemberaubenden Grafik. Also den Nachbrenner angeworfen und die Schilde hochgefahren...
Deja vu?
Nun ein Spiel beginnt hier fast immer mit einem Captain und einer Raumstation. Die Raumstation kann man erweitern und ausbauen. Dadurch erhält man die Möglichkeit zu handeln, Technologien zu erforschen und stärkere Schiffe zu bauen. Das ganze dient dem Zweck den Captain oder die Captains mit Truppen zu versorgen und ihnen bessere Technologien zur Verfügung zu stellen.
Der Captain hingegen beherrscht einige Fähigkeiten, die er im Laufe des Spiels durch gewonnene Erfahrung verbessern kann. Es gibt natürlich auch ständig neue Fähigkeiten. Im Spiel steuert man die Raumschiffe seiner Captains durch ein Labyrinth von Asteroiden, verlassenen Raumstationen und unidentifizierbaren Weltraumobjekten – möglicherweise Weltraumschrott. Innerhalb dieses Labyrinths finden sich verschiedene Minen, Energiebrunnen und natürlich auch Feinde, die es zu besiegen gilt. Trifft man auf einen solchen, erscheint ein Taktikbildschirm, das heißt ein Gitter auf dem man seine Truppen bewegen kann. Dabei stehen die eigenen Schiffe auf der linken und die gegnerischen auf der rechten Seite. Die Herausforderung besteht darin, möglichst nicht in die Reichweite der gegnerischen Schiffe zu kommen, aber trotzdem selbst feuern zu können. Außerdem ist es möglich die Technologien, die man durch den Ausbau des Forschungslabors erhalten hat, gegen die feindliche Armada einzusetzen.
Labyrinth? Taktikbildschirm mit Gitter? Rundenbasiert? Heimathafen? Das ganze erinnert irgendwie an „Heroes of Might and Magic 5“. Nachdem einige Welten erkundet und viele Schlachten gefochten sind wird auch ganz deutlich: Die Parallelen zu HoMM:5 sind nicht nur Parallelen sondern ganze Schnittmengen. Denn die Ressourcen sind in einem ähnlichen Verhältnis, so gibt es Credits, die man in großen Mengen braucht, aber auch reichlich zur Verfügung hat. Ferner gibt es Nanobots und Materialien, die schon seltener sind und Plasma und Kristalle, die eher selten sind. Auch benötigt man für die fortschrittlichsten Raumschiffe die seltenen Ressourcen – genauso wie in HoMM:5. Mit großer Sicherheit basiert dieses Spiel auch auf derselben Engine, da das Verhalten bei Fortbewegung, die Menüführung und vieles einfach exakt gleich sind; die Grafik ist allerdings spacig.Eine Galaxie völliger Hirnlosigkeit?
Es gibt zwar überraschenderweise sechs Fraktionen, aber bei den Fraktionen gibt es einen Unterschied zu HoMM:5 – denn alle Fraktionen sind fast identisch. Der Heimathafen ist genau gleich. Es gibt keine Spezialgebäude, die unterschiedliche Boni bringen wie z.B. das Opfern von Einheiten, oder Upgraden oder einen Bonus gegen bestimmte Gegner. Jede Erweiterung des Heimathafens gibt es auch bei den anderen Fraktionen.
Außerdem haben die Einheiten weniger Unterschiede als in HoMM:5. Ein weiteres unglückliches Resultat ist der Kamf selbst. Denn es haben alle Einheiten eine gewisse Reichweite. Was ja bei Raumschiffen einen gewissen Sinn hat, aber das Kampfsystem dadurch an Tiefe verliert. Denn in Heroes konnte man das Glück auf die eigene Seite bringen, wenn man mit Nahkämpfern Fernkämpfer blockiert hat und durch geschicktes ausnutzen der Hindernisse Vorteile erlangt hat, da die gegnerischen Truppen behindert wurden. All das ist in „Spaceforce Captains“ nicht der Fall. Auch die Technologien werden vielen Spielern bekannt vorkommen. Da gibt es Energieimpulse und Schilde, die es fast genauso auch in Heroes gab. Alle Parallelen aufzuzeigen würde sicher zu lange dauern. So gibt es zum Beispiel eine Roboterfertigkeit mit der man Dronoiden aus zerstörten Schiffen aufbaut – in Heroes hieß das dann Nekromantie. Joooooaaaaaa der Weltraum
Der Weltraum ist hier insgesamt sehr verwinkelt und von unendlichen Weiten ist wenig zu sehen – eher unendliche Langweile. Denn die Story fesselt kaum und es gibt lediglich kurze Einleitungen zu beginn einer Kampagne. Die zufällig generierten Ereignisse passen manchmal nicht ganz in die Geschichte. Man hat schon nach kurzer Zeit das Gefühl, dass man ständig dasselbe macht und es kaum etwas Interessantes noch zu entdecken gibt. Die Grafik ist dabei nicht besonders ausgefallen.
Es finden sich die typischen Merkmale aus dem Science-Fiction-Bereich wieder, die aber nicht mit der sonst üblichen beeindruckenden Größe bestechen. Auch die Effekte im Kampf sind nicht besonders überragend. Die Explosion eines Schiffs ist zwar beim ersten mal noch ganz ansehnlich, doch es ist immer die gleiche Explosion und auch die Schüsse sind nicht mal imposanter als die Projektile in Heroes of Might and Magic.
Bleibt noch eine schnell eintönig werdende Hintergrundmusik gespickt mit spacigen Sounds, die möglicherweise bei Star Trek geklaut wurden, da sie in Heroes nicht vorhanden waren.Fazit
Insgesamt fällt der Bericht nun etwas negativ aus, was nicht heißen soll, dass dieses Spiel nur etwas für ein Rehabilitationszentrum für unheilbare Alkoholiker ist. Denn trotz allem ist das Heroes of Might and Magic Fundament ein solides Mauerwerk für ein gelungenes Spiel. Die Änderungen die an der Spielmechanik vorgenommen wurden, sind hier leider nicht gelungen und zudem nicht sehr zahlreich. Die Grafik ist nicht umwerfend, erfüllt aber ihren Zweck und ist für dieses Genre meiner Meinung nach völlig ausreichend. Die etwas langen Ladezeiten sind auch keine Erfindung der Macher von Spaceforce Captains sondern schon in HoMM:5 vorhanden gewesen. Trotzdem denke ich dass Spieler die mit der Fantasy Welt von Heroes nichts anfangen konnten hier sicher auf ihre Kosten kommen und auch Spieler die sich im Genre heimisch fühlen und von Raumschiffen sowieso begeistert sind. Wer allerdings Heroes of Might and Magic viel gespielt hat wird hier sehr enttäuscht sein, da einfach viel zu wenig geändert wurde. Außerdem gibt es keinerlei Multiplayer und auch die mitgelieferten Szenarien sind recht mau. Bleiben nur die drei Kampagnen. Insgesamt kann das Spiel nicht mit Heroes of Might and Magic mithalten. Auch das Tutorial ist wenig aufschlussreich, da es gewisse Aussetzer aufweist, aber da viele mit dem Spielprinzip vertraut sein dürften – was nicht zuletzt an der Bekanntheit von Heroes liegt – sollte das nicht weiter schlimm sein. Abschließend lässt sich noch sagen: "Joaa das ist ein Riesenhimbeerbonbon".
Pro und Contra
+ Aufbaustrategie, Rollenspiel und Taktikspiel in einem
+ Konzept von Heroes of Might and Magic
+ Viele Technologien
- Schwache Story
- Schlechte Umsetzung und Anwendung der HoMM:5 Engine
- Kein Multiplayer
- Wenig Abwechselung
Einzelwertungen:
Spielspaß: 63 Prozent
Grafik: 75 Prozent
Akustik: 61 Prozent
Bedienung: 85 Prozent
Mehrspieler: nicht vorhanden
Gesamt: 61 von 100 Prozent.