Power Soccer anno 1997

Fußball ist des Mannes liebste Beschäftigung. Schon 1997 galt dieser Grundsatz, als gerade das von Adidas gesponsorte Spiel "Power Soccer international" auf den Markt kam. Mittels der damals hippen PlayStation durften Wettbewerbe bestritten werden, sogar mit den Originalnamen der Spieler.

Man kann ja sagen, was man will, doch ob Fifa 2008 oder Power Soccer aus dem alten Jahrtausend: Beides ist doch Fußball, beide Spiele haben das gleiche Ziel. Unterschiede gibt es meist nur im Umfang und, vor allem, in der Optik.

3D konnten die Videospiele allerdings bereits damals, sogar Zeitlupen beherrscht das Spiel, auch aus mehreren Winkeln. Die Models jedoch sehen eher ulkig aus, genauso wie die Animationen. Alles wirkt noch unabgestimmt und per Zufall generiert.

"Hat der Schiri denn Tomaten auf den Augen?"

Zufällig wird auch der Kommentar abgespielt, die mit Abstand lustigste Funktion der Simulation. "Hat der Schiedsrichter denn Tomaten auf den Augen?" oder "Wahnsinn, was ein Hechtsprung!" hört man während des Spieles mehrmals, und dass der Torwart "tausend Arme" haben soll, kauft man dem Kommentator auch nicht mehr ab, wenn er es bereits 30-mal in acht Spielen behauptet hat. Obwohl auf Dauer nervig, ist der Sprecher kult.

Nein, das Spiel macht mir heute vor allem noch Spaß, weil es die Grundsätze des Fußballs beherrscht und weil Power Soccer mich an die guten, alten Zeiten erinnert, damals, als Al-Qaida allenfalls ein Wort gewesen ist, das Insidern bekannt war. Für 1997 war das Spiel relativ umfangreich und optisch ansprechend.

Das Spiel wird vor allem dann seltsam, wenn sich ein Spieler besonders hervorhebt. So zum Beispiel ein farbiger Stürmer des FC St. Paulis, der gleich alle Tore für den vom Computer gesteuerten Gegner erzielt. Stets präsent, rast er davon und ist schwer zu stoppen. Andere Spieler hingegen sind larme Enten und ehrlich gesagt für nichts zu gebrauchen, allenfalls um die 'beliebte' Rote Karte abzusahnen. Leider beherrschte das Spiel anno '97 noch keinen Platzverweis, der mittels InGame-Video insziniert wird. Wie schön ist das heutzutage zu sehen, wenn der Spieler den Platz verlässt und mit den Händen abwimmelt: Ach, Schiri, was laberst du da für einen Quatsch? Nein, nach einer kurz eingeblendeten, monologen Grafik, geht es mit dem Freistoß oder alternativ Elfmeter weiter.

Dankenswerterweise beherrscht das Spiel Mehrspielerfunktionen: Eins-gegen-eins Spiele sind möglich und machen den meisten Spaß. Gegen den Computer geht es entweder in einem Freundschaftsspiel, einer quasi Weltmeisterschaft oder im Wettbewerb der europäischen 20, wie es im Spiel heißt - der Champions League, würde FIFA von EA heute sagen.

Fazit

Nein, kaufen würde ich das Spiel heute nicht. Und optisch empfehlen - nein, da ist manch anderes Casual-Game heute besser gestellt. Aber Spaß hat das Spiel sowohl damals gemacht, und auch heute noch freue ich mich über jeden Treffer und muss mich konzentrieren, um nach vorne stürmen zu können. Für mich ist "Power Soccer international" kult.

Einzelwertungen - damals
Spielspaß: 82 Prozent
Grafik: 75 Prozent
Akustik: 80 Prozent
Bedienung: 85 Prozent
Mehrspieler: 87 Prozent

Gesamt: 82 von Prozent. (1997)

Einzelwertungen - heute
Spielspaß: 62 Prozent
Grafik: 25 Prozent
Akustik: 65 Prozent
Bedienung: 73 Prozent
Mehrspieler: 71 Prozent

Gesamt: 59 von 100 Prozent. (2007)