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TimeShift

Wird auch langsam Zeit

Veröffentlicht am Sonntag, 4. November 2007 von Marco Gödde

Vor zwei Jahren gab es mal eine Demoversion zu einem Ego-Shooter, der einiges anders machen wollte, als die Konkurrenz. Doch die Fans versagten dem Spiel ihre Zuneigung. Es sah einfach nicht hübsch genug aus. Und so setzten sich die Entwickler noch einmal vor ihre Rechner und steckten ihren Sprössling in ein neues Gewand. Und man muss gestehen, dass sich TimeShift zu einem ansehnlichen Jüngling gemausert hat.

Zeit für sich selbst

Der Anfang von TimeShift trifft Sie wie ein Faustschlag in die Magengrube. Sie werden mitten in eine in Trümmern liegende Stadt katapultiert. Um Sie herum brennt im wahrsten Wortsinn die Luft. Gegner stürmen auf Sie ein, nehmen Sie aus der Deckung heraus unter Beschuss, riesige Kampfläufer legen Häuser in Schutt und Asche. Und das mit einer grafisch beeindruckenden Wucht, wie Sie sie selten zu Gesicht bekommen.

Leider verpufft die Wirkung der guten Skriptsequenzen und spektakulären Grafikeffekte bereits nach den ersten paar Stunden und übrig bleibt ein ziemlich gewöhnlicher Shooter, der mehr verspricht als er letzten Endes hält.

Wie gesagt, die grafische Überarbeitung tat Timeshift wirklich gut. Die Texturen sind scharf, die Figuren sind schick und abwechslungsreich gestaltet und die Effekte gehören mit zum Besten, was es in der letzten Zeit zu sehen gab. Zumindest dann, wenn Sie das wesentliche Feature des Ego-Shooters nutzen: Das Spiel mit der Zeit. Wie bereits der persische Prinz, drehen Sie nach Belieben an der Uhr. Doch anders als der Prinz, nutzen Sie hierfür keinen rostigen Dolch, den Sie mit Sand auffüllen, sondern einen schicken Hightech-Anzug, dessen Energie sich stetig auflädt und Sie in ruhigen Moment auch noch heilt. Dabei verbrauchen die drei Formen der Zeitmanipulation – Verlangsamen, Anhalten, Umkehren – unterschiedlich viel der knappen Energie. Ist diese verbraucht, läuft die Zeit mit normaler Geschwindigkeit weiter.

Die Entwickler stellen Sie immer wieder vor Situationen, in denen Sie geschickt mit der Zeit herumspielen. Sei es nun, um eines der kleinen Rätsel zu lösen oder einfach gegen die Übermacht an cleveren Gegnern zu bestehen. Und so werden Sie häufig die Tasten zum Manipulieren der Zeit drücken. Genauso, wie die Tasten zum Schnellspeichern und –laden. Denn oftmals erkennen Sie erst viel zu spät, dass Sie die besonderen Fähigleiten Ihres schicken Anzugs hätten einsetzen sollen. Und so beißen Sie ein ums andere Mal unnötig oft ins virtuelle Gras.

Vielfältig und vor allem sinnvoll ist das Waffenarsenal geraten. Im Laufe des Spiels greifen Sie auf neun verschiedene Handfeuerwaffen zurück, zu denen Klassiker wie das Schrotgewehr für den Nahkampf oder das Scharfschützengewehr für größere Distanzen gehören. Dazu gesellen sich futuristischere Schießprügel wie das Energiekugeln verschießende Thunderbolt-Gewehr oder das Blitzgewehr, dessen großer Explosionsradius gleich mehrere Gegner von den Beinen fegt. Alle Waffen verfügen über einen zweiten Feuermodus, von dem Sie auch Gebrauch machen sollten. Sei es nun der neunfache Zoom des Scharfschützengewehres oder die gelenkten Geschosse des Bloodhound-Raketenwerfers.

Zwischendurch setzt Sie das Spiel immer mal wieder an stationäre Geschütze oder an das Steuer eines Quads, mit dem Sie durch die schicken Außenlevels heizen. Ersteres wird schnell langweilig, letzteres nervt mit einer miesen Steuerung. Beides macht also wenig Spaß. Eine Wahl haben Sie aber leider nicht. Gleiches gilt für den Einsatz von KI-Kollegen. In bestimmten Momenten stellt das Spielen Ihnen KI-Kameraden an die Seite, die zwar gemeinsam mit Ihnen kämpfen, denen Sie aber keine Befehle erteilen können.

Leider ist die Solospielzeit ziemlich kurz geraten, was heutzutage wohl zum, eher weniger guten Ton gehört. Und so bleibt nur noch der Mehrspielermodus, um mit TimeShift mehr Zeit zu verbringen

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