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So Blonde

Nur blondiert

Veröffentlicht am Dienstag, 8. April 2008 von Marco Gödde

Sexy räkelt sie sich am Strand, in engen Jeans, prall gefülltem Oberteil und so Blond. Gut, dass wären dann die ersten fünf Euro für die Wortspielkasse. Vermutlich werden es wohl nicht die letzten sein. Willkommen in So Blonde.

Wandelndes Klischee

Das ist sie also: Sunny, 17 Jahre jung und gerade vom Luxusdampfer gefallen. Nun liegt sie hier am Strand einer vergessenen Insel und weigert sich den Jungen, der einen Bildschirm weiter auf einem Stein hockt, anzusprechen. Schließlich ist sie ja nach ihrem Missgeschick und einer halben Nacht im Wasser ziemlich derangiert. Selbst den Strand zu verlassen, weigert sie sich, ohne ihr Make-up aufzufrischen.

Ziemlich zickig und ziemlich dumm präsentiert sich Sunny in den ersten Minuten ihres Abenteuers. Doch einige Spielstunden später verblüfft sie den Spieler mit überraschend klugen Schlussfolgerungen, intelligenten Kommentaren und der perfekten Aussprache kompliziertester Wörter, wo sie sich doch noch zu Beginn wunderte, dass sie immer noch das Meer rauschen hört, als sie eine Muschel nicht mehr an ihr Ohr hält. So erklärt sie später den Inselbewohnern zum Beispiel die Vorgänge während einer Sonnenfinsternis, was man ihr nach der Muschelnummer am Anfang nun wirklich nicht zu getraut hätte.

Doch die anfänglichen Klischees über verwöhnte, Paris Hilton-kompatible Dummchen verflüchten sich schnell. Nur noch selten haut Sunny einen vermeintlich typisch blonden Spruch heraus. Genauso selten übrigens, wie der Humor im ganzen Spiel vorkommt: Das Team um Geschichtenschreiber Steve Ince (Baphomets Fluch) verpasst fast alle Chancen, die sich bei einer solchen Hauptdarstellerin bieten und verlegt sich stattdessen lieber auf das Einstreuen von unzähligen, nicht immer passenden, Zitaten aus TV, Film und Spiel. Angefangen bei geheimnisvollen Zahlenreihen auf Metallluken, über LeChucks flammenden Bart bis zu Monty Pythons Ritter der Kokosnuss. Auch Sunnys Motivation bleibt im Dunkeln. Will sie zu Beginn nur einfach runter von der Insel, möchte sie später wohl den tyrannischen Zwergpiraten One-Eye stürzen. Auf dem Weg dahin verzettelt sie sich aber in bedeutungslose Bringdienste für die einheimische Bevölkerung. Einen übergeordneten Sinn für ihr Handeln suchen Sie über weite Strecken vergebens. Ansonsten gefällt die gut erzählte Geschichte dank vieler skurriler und leibenswerter Charaktere. Jedoch deren Präsentation durch kaum bewegte, viel zu seltene Comicgrafiken stört.

Insgesamt zeigt sich Sunnys Abenteuer als Medaille mit zwei Seiten. Die Hintergründe sind farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gestaltet und gefallen mit zahlreichen Animationen. Davor agieren leidlich hübsche 3D-Charaktere, denen die eine oder andere Animation mehr sicherlich nicht geschadet hätte.

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