Veröffentlicht am Dienstag, 8. April 2008 von Marco Gödde
Doch zurück zu Sunnys anfänglicher Weigerungshaltung. Ein putziger, kleiner Pelzträger hat sich den kostbaren Schminkkoffer geschnappt und sich damit auf eine Palme verkrümelt. Sunny muss ihn irgendwie herunterlocken und ihn davon überzeugen, ihr den Koffer zu überlassen. Die Lösung des Problems gestaltet sich logisch, einfach und geht in klassischer Point and Click-Steuerung locker von der Hand. Doch leider ist dies nicht von Dauer. Bereits kurze Zeit später gilt es Aufgaben zu stemmen, zu denen es keinerlei Hinweise gibt und deren Lösung alles andere als logisch erscheint. Mit der Zeit häufen sich die Rätsel, die sich nur durch stupides ausprobieren und wahlloses Kombinieren der zahllosen Gegenstände, die das Inventar zu müllen. Schon zur Spielmitte trägt Sunny mehr als zwanzig Gegenstände mit sich herum, die nicht einmal alle zum Einsatz kommen. Darunter ist auch eine Karte der Insel, die wider Erwarten nicht zum Schnellreisen gedacht und somit relativ nutzlos ist. So bleibt weiterhin nur der Doppelklick, um Sunny wenigstens etwas Feuer unter dem Hintern zu machen - und das ist auch bitter nötig, denn die Wege sind erstaunlich lang auf dieser kleinen Insel. Über 40 Schauplätze wollen besucht werden und das nicht nur mehr mal. Viele davon werden aber nur durchwandert auf dem Weg zum eigentlichen Ziel, was die Spielzeit gewaltig streckt. Auch bedingt durch die damit verbundenen, nicht unerheblichen Ladezeiten. Ebenso spielzeitdehnend ist die Suche nach verwertbaren Hotspots. Davon gibt es in jedem Bildschirm mehr als genug, zumal nicht alle brauch- und verwendbar sind. Zwar lassen sich per Leertaste sämtliche Hotspots anzeigen; wirklich hilfreich ist das aber nur bedingt, da angezeigte Beschreibung und der dazu gehörige Hotspot nicht zwingend an exakt der selben Stelle liegen. Ansonsten gibt es an der Bedienung nichts zu meckern.
Die gewohnte Rätselkost wird immer wieder von optionalen Minispielen unterbrochen. Hierbei reicht das Spektrum von klassischen Telespielen, bei denen holzgehackt oder Wassertropfen aufgefangen werden müssen, bis zu einfachen Reaktionsspielen, bei denen Wassereimer aus Brunnen gefischt oder extra breite Piraten beim Armdrücken besiegt werden müssen. Wer darauf keine Lust hat oder scheitert, kann diese auch einfach überspringen.
Die teils ausufernden Gespräche mit der Inselbevölkerung sind gut gelungen. Die Sprecher passen und geben sich hörbar Mühe. Allen voran Gabrielle Pietermann, die deutsche Stimme von Emma Watson (Hermine aus den Harry Potter-Filmen), die Sunny passend schrill vertont. Dagegen langweilt die seichte Musik und Hintergrundgeräusche sind selten.