Bibliothek

Mehr Informationen zu
Operation Blitzsturm.

Funktionen

Druckansicht

Werbung

Operation Blitzsturm

Sturmschaden

Veröffentlicht am Montag, 28. Juli 2008 von Marco Gödde

Entwickler City Interactive wirft nach dem enttäuschenden Terrorist Takedown 2 den nächsten billigen Shooter im Grafikgewand der JupiterEX-Engine (F.E.A.R.) in den Pool der unbedeutenden Spiele.

Gespielt und Vergessen

Operation Blitzsturm erschien bereits Anfang April. Warum dann unser Test erst jetzt erscheint? Das liegt daran, dass der Sturm genauso schnell vorbei ist, wie er aufgezogen ist und da er keine Verwüstungen hinterlässt, bleibt er auch nicht in der Erinnerung hängen. Denn wenn Sie sich beeilen, ist das Spiel nach gut vier Stunden vorbei. Und nach gut vier Minuten haben Sie das Erlebte bereits wieder vergessen.

Dabei klingt das Szenario noch recht ansprechend. Sie sind eine Ein-Mann-Armee im Dienste der britischen Regierung. Von dieser bekommen Sie im Jahre 1942 den Auftrag drei Ranghohe Nazi-Offiziere auszuschalten. Trotz verfremdeter Namen ist jedem historisch interessierten Spieler klar, um wen es sich bei den Zielpersonen handelt. Und so finden Sie sich nach einem kurzen Intro in den engen und ebenso düsteren Gängen einer militärischen Anlage mitten im Deutschen Reich wieder. Gewöhnen Sie sich daran, denn den Großteil der Spielzeit werden Sie in solchen und ähnlichen Gängen verbringen. Außenareale sind selten und zumeist genauso eng wie die Innenräume. Streng linear führt Sie der Weg durch das Missionsgebiet direkt zum jeweiligen Endgegner.

Die Gegner auf dem Weg dorthin sind zahlreich und kommen in der Regel stur auf Sie zugelaufen. Zwar versucht der Feind die spärlich vorhandene Deckung auszunutzen, schwieriger wird Ihr Überleben dadurch aber nicht. Schließlich sind Sie ja bewaffnet. Ganze acht Waffen stehen zur Auswahl. Theoretisch zumindest. Denn zum einen dürfen Sie nur jeweils vier davon mit sich herumtragen und zum anderen sind die Waffen genauso Abwechslungsreich wie die ewig gleichen, grau-braunen Gänge, in denen Sie die paar Waffen benutzen. Eine Pistole, ein Messer, eine Panzerfaust, den Karabiner 98 mit und ohne Zielfernrohr, mit der britischen Sten und der deutschen MP40 zwei Maschinenpistolen, sowie mit dem deutschen MKb42 ein Sturmgewehr. Wirklich brauchbar sind dabei nur die automatischen Waffen. Munition finden Sie dafür mehr als genug. Gelegentlich greifen Sie auf die Hilfe der berühmten, „Kartoffelstampfer“ genannten, Stielhandgranate der deutschen Wehrmacht zurück.

Gesehen und Vergessen

Wie Eingangs erwähnt nutzt Operation Blitzsturm die JupiterEX-Engine von Monolith. Wobei „nutzen“ das Ergebnis nicht wirklich treffend umschreibt. Zwar ist der aus F.E.A.R. bekannte Grafikmotor längst nicht mehr der neueste, kann aber gerade bei den Partikeleffekten nach wie vor überzeugen. Nur nicht hier. Explosionen verpuffen ungesehen, Putz rieselt im Gegensatz zu den F.E.A.R.-schen Bürowänden selten und auch Gegnermodelle und Animationen sehen hier nicht wirklich gut aus. Die Grafikengine kann mehr, doch zeigen darf sie das hier nicht.

Blut fließt spärlich, färbt sich der Bildschirm dann doch mal rot, dann nur um Ihnen zu verdeutlichen, dass sich Ihr Bildschirmleben dem Ende neigt. Medikits gibt es keine. Es reicht, wenn Sie sich kurz aus dem Kampfgeschehen zurückziehen und verschnaufen. Sollten Sie doch mal im Eifer des Gefechts das Zeitliche segnen steigen Sie an einem der fair gesetzten Speicherpunkte wieder ein. Alternativ verwenden Sie die vorhandene Schnellspeicherfunktion.
Zwischensequenzen sind selten und beschränken sich zu meist darauf, das Ihr jeweiliger Endgegner sich noch einmal kurz zeigt, wenn Sie das Ende einer Mission erreichen.
Die vier Mehrspielermodi Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und Domination können und werden Sie genauso schnell vergessen. Sie finden schlichtweg keine menschlichen Gegenspieler.

Fazit

Spaßig ist Operation Blitzsturm alle mal. Zumindest spaßiger als das zuvor veröffentlichte Terrorist Takedown 2 aus dem gleichen Hause. Auch wenn es ein verdammt kurzes Vergnügen ist. Das setzt allerdings voraus, das Sie sämtliche Hirnfunktionen auf das Minimum zurückfahren. Tunnelblick und ein schneller Zeigefinger genügen. Hätte man sich bei City Interaktive bei Level- und Gegnerdesign mehr Mühe gegeben und die optischen Möglichkeiten der JupiterEX-Engine besser genutzt, könnte ich es ruhigen Gewissens jedem Shooter-Fan empfehlen. So reicht es aber nur für eine Empfehlung an Fans stupiden Geballers. Taktiker greifen zur wesentlich hübscheren und besseren Konkurrenz.

Pro und Kontra
+ Simples Spielprinzip
+ Standart Shooter Steuerung
+ Freies Speichern

- Ziemlich hässlich
- Sehr kurz
- Kaum Abwechslung
- Unnützer Mehrspielermodus

Einzelwertungen:
Spielspaß: 69 Prozent
Grafik: 54 Prozent
Akustik: 43 Prozent
Bedienung: 85 Prozent
Mehrspieler: 5 Prozent

Gesamt: 54 von 100 Prozent.