Veröffentlicht am Samstag, 23. August 2008 von Qiong Wu
"Fire se Missiles" könnte man sagen. Seit April 2008 läuft die neue N-Gage Plattform von Nokia, wir berichten darüber.
Seit April 2008 steht die neue N-Gage Plattform von Nokia. Aber was ist daran neu? N-Gage ist in der Mobile Games-Branche kein neuer Begriff, bereits mit dem alten N-Gage wollte Nokia die Handy-Gamewelt revolutionieren. Wir zeigen, was Nokia mit N-Gage "relaunched" besser macht.
Viele kennen das alte N-Gage von Nokia als ein Handy, das gleichzeitig als eine Spielekonsole fungieren sollte. Spielecartridges konnten in das Gerät gesteckt werden, wie in einen GameBoy, nur dass es eben gleichzeitig ein Mobiltelefon ist.
Mit der neuen N-Gage-Plattform verlässt Nokia den Weg der an die Hardware gebundenen Spieledistribution, und setzt auf eine Softwareunterstützung ausgewählter Nokia-Handys mit Softwaredistribution im Stile von Gamesload oder Apples iTunes für die N-Gage-Plattform.
Kurz gesagt: Man muss sich keine teuren Catridges mehr kaufen, um neue Spiele auf seinem Handy zu spielen. Ebenso entfällt das spezielle Design der Handys auf Gaming hin. N-Gage Handys der neuen Generation sind ganz normale Multimedia-Handys, eben mit Gaming-Support.
Nokia betont, dass Spiele, die auf der N-Gage Plattform erscheinen, mit deutlich mehr Arbeit und Liebe zum Detail entwickelt werden und vor allem auf die Hardware der Mobiltelefone hin optimiert sind. N-Gage ist zwar theoretisch plattformübergreifend, allerdings gibt es bis dato nur von Nokia erhältliche N-Gage Mobiltelefone.
Ruckeln oder umständliche Steuerung gibt es mit N-Gage-Spielen nicht. Nokia garantiert, dass ein heruntergeladenes Spiel vom Mobiltelefon hundertprozentig unterstützt wird.
Ebenfalls nicht unter den Tisch fallen sollen die vielen Features, die sich durch die Nutzung von Mobiltelefonen ergeben. Angefangen bei Mobile Internet, WLan und Bluetooth für Multiplayermodi, bis hin zu eingebauten Kameras, nutzen viele Spiele die unterschiedlichen Eigenschaften der Handys.
So etwa das kürzlich erschienene N-Gage-Adventure "Dirk Dagger", in dem der Spieler sich mit Schwenken der Kamera durch die Spielewelt bewegen kann, eine innovative Alternative zum Beschleunigungssensor, wie man ihn zum Beispiel von Apples iPhone oder iPod Touch kennt.
Die Spiele der N-Gage-Plattform können komfortabel über die in N-Gage-fähigen Handys installierte Software heruntergeladen werden. Die Preise bewegen sich zwischen 6,99 Euro und 9,99 Euro für Vollversionen. Günstigere Tarife gibt es für das "Mieten" eines Spiels für einen Tag oder eine Woche. Möglich ist ebenfalls das Herunterladen einer Demo für jedes Spiel, um dieses kostenlos anzutesten. Bezahlt wird entweder via Telefonrechnung oder Kreditkarte.
Die Spiele werden entweder direkt über das Internet am Handy, sei es mittels WLan oder Mobile Internet auf das Handy herunter geladen. Oder man lädt die Spiele an einem herkömmlichen PC herunter und überträgt sie mithilfe eines Anschlusskabels auf das Mobiltelefon. So haben auch Nutzer ohne einen Datenvertrag die Möglichkeit Spiele ohne teure Übertragungskosten auf das Handy zu laden. Bei den 2 bis 30 Megabyte großen Spielen, ist das Datenaufkommen nicht zu unterschätzen.
Geschützt sind die Spiele per DRM, sodass ein Übertragen der Spiele von einem Handy auf das andere nicht ohne weiteres möglich ist. Wenn ein Spieler sich ein neues Telefon kauft, werden ihm keine Steine in den Weg gelegt. Es soll sich auf dem einen Handy entfernen und auf dem anderen wieder aufspielen lassen.
Zu Beginn der neuen N-Gage-Plattform stehen bislang lediglich 18 Spiele zur Verfügung. Nokia gibt an, dass bis zum Jahresende 25 Spiele über die Onlineplattform angeboten werden sollen.
Als besonderes Highlight präsentierte Nokia das Zeemote, einen Controller für N-Gage-Handys, der per Bluetooth an das Mobiltelefon angebunden ist. Das Zeemote verfügt über einen Joystick, drei frei programmierbare Tasten und liegt super in der Hand. Den Zeemote kann man natürlich auch außerhalb der N-Gage-Spiele nutzen. Vor allem aber zum Spielen ist besonders der Joystick ein nettes Gimmick.
Das Zeemote wird derzeit nur mit neuen N-Gage-fähigen Nokia-Handys vertrieben, ein Einzelvertrieb ist derzeit noch in Planung.
Insgesamt kann die N-Gage-Plattform durchaus überzeugen. Die Spiele sind sehr solide und laufen flüssig. Nokia traut sich hier als Pionier der Handywelt durchaus auf ein gewisses Neuland, nachdem Kamera und MP3-Player bereits ins Handy gewandert sind, tut das jetzt auch der Handheld.