Veröffentlicht am Mittwoch, 8. August 2007 von Marco Gödde
Okay, okay: Ich verzichte an dieser Stelle auf den obligatorischen Monkey Island-Vergleich - das haben die Kollegen der anderen Magazine schon oft genug getan. Aber soviel sei mir gestattet: Mit Jack Keane schickt sich Deck13 an, endgültig in die übergroßen Fußstapfen von Lucas Arts zu treten.
Sie sind nun also Guybrush Trep - ... ähm, Jack Keane, und halten sich für den größten Kapitän, der jemals die Weltmeere unsicher gemacht hat. Natürlich ist jeder, dem Sie über den Weg laufen, anderer Meinung. Und so müssen Sie sich erst mal aus den Klauen zwielichtiger Geldeintreiber befreien. Schließlich haben Sie Ihr stolzes Schiff auf Pump gekauft. Doch auf Regen folgt nun mal Sonnenschein und so macht Ihnen ein Bediensteter der Queen ein verlockendes Angebot: Sie sollen in Kapstadt einen gewissen Montgomery, seines Zeichens eloquenter Geheimagent ihrer Majestät, aufgabeln und nach Tooth Island bringen. Doch so leicht wie sich das Ganze anhört, ist es bei weitem nicht.
Montgomery zerlegt erst einmal Ihr geliebtes Schiff und da Sie ja nun eh gerade auf Tooth Island gestrandet sind, können Sie auch gleich mal dem ziemlich kleinen, aber um so fieseren Doktor T. und seiner attraktiven Handlangerin Amanda auf die Finger klopfen. Dieser versucht nämlich mit manipulierten Teepflanzen das PPPIRE (Ach, Sie meinen Empire!) in die Knie zu zwingen.
Was sich bis hier her ziemlich gewöhnlich liest, entpuppt sich beim Spielen als perfekt erzählte, spannende, wendungsreiche und äußerst amüsante Geschichte. Die Frankfurter von Deck13 haben einst bei den beiden Ankh-Abenteuern schon bewiesen, dass sie einiges an Humor zu bieten haben. Bei ihrem jüngsten Spross legt das deutsche Entwicklerteam noch mal einiges drauf.
Die Geschichte um Jack entspinnt sich in zahllosen, herrlich amüsanten Dialogen und schicken Zwischensequenzen - und ist gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf die jüngere Kino- und Spielehistorie. Von Der Herr der Ringe bis Star Wars bekommt jeder sein Fett weg. Einen guten Teil dazu tragen die vielen schrulligen Charaktere bei. Auf weit über 20 Figuren treffen Sie im Laufe Ihres Abenteuers und keine einzige davon ist unwichtig. Jede hat eine Aufgabe für Sie parat, die es zu bewältigen gilt.