Bibliothek

Mehr Informationen zu
GBR - Special Commando Unit.

Funktionen

Druckansicht

Werbung

GBR - Special Commando Unit

Schlechter Witz

Veröffentlicht am Samstag, 18. Oktober 2008 von Marco Gödde

Meine Oma hat mir folgenden Rat gegeben: Wenn du nichts Gutes über jemanden sagen kannst, dann sage lieber nichts. Wenn ich mich nun an den Rat meiner Oma halten würde, wäre dieser Artikel hier zu Ende. Doch schließlich muss ich meiner journalistischen Pflicht, insbesondere der Pflicht als Spieletester, nachkommen und Sie über G.B.R : Special Commando Unit informieren.

Augen zu...

G.B.R – Group of Blistering Response, was wohl so viel wie Gruppe der harten Reaktion heißen soll, beginnt mit dem wohl schlechtesten Intro der jüngeren Spielegeschichte. Zu billigen Videoschnipseln, mit noch billigeren Effekten und verwaschenen Schwarz-Weiß Fotos erzählt eine monotone und absolut gelangweilte Stimme irgendetwas völlig Belangloses. Beim ersten Mal musste ich noch darüber lachen. Danach zuckt der Finger automatisch Richtung Tastatur, um das Intro abzubrechen.

Screenshot aus GBR

Nach dem Vorspann landen Sie in einem hässlichen Menu und wundern sich immer noch, warum das ganze so schlecht aussieht – grob, verwaschen und farbarm – bis Ihnen plötzlich bewusst wird, das die Bildschirmauflösung lächerliche 800x600 Pixel beträgt. Was bei einem skurilen Adventure wie Edna bricht aus noch als passend empfunden wird, ist bei einem modernen Egoshooter eine Frechheit. Zumal es im Spiel nicht besser wird, sondern sogar noch schlechter. Eine weitere Beschreibung der grafischen Fehlleistungen erspare ich mir und Ihnen an dieser Stelle. Die Bilder in diesem Artikel sprechen für sich.

...und durch?

Nach dem Hauptmenu folgt die Wahl der nächsten Mission. Danach gehen Sie erst mal Einkaufen. Dazu verfügen Sie über ein Punktekonto, dass Sie durch getötete Gegner und erreichte Missionsziele auffüllen. Kopfschüsse bringen Bonuspunkte, für kassierte Treffer werden Ihnen Punkte abgezogen. Die verdienten Punkte investieren Sie in Waffen, Panzerung, Munition und Granaten. Besonders Munition ist wichtig, da Sie beim Nachladen noch in der Waffe befindliche Patronen verlieren. Einmal zuviel auf die Nachladetaste gedrückt und Sie stehen ohne durchschlagende Argumente da.

In den 12 Missionen latschen Sie dann einfach nur von Wegpunkt zu Wegpunkt, an denen Sie mal nach den Spuren einer Explosionen suchen oder den Verbleib von Regierungsmitgliedern klären sollen. Im Grunde bekommen Sie beim Erreichen dieser Punkte nur einen Text vorgelesen, in dem es schlichtweg heißt: Bitte gehen Sie weiter. Nicht stehen bleiben. Hier gibt es nichts zusehen.

Wirklich nichts zu sehen

Die Einsatzgebiete sind unübersichtlich, durch die miserable Grafik ist von der Umgebung sowieso nichts zu erkennen. Da ist es schon beinahe Glück, dass die Texturen bei Gegnern fehlen. Wären diese nämlich vorhanden, würden Sie die Feinde noch schlechter erkennen und häufiger ins Gras beißen. Bei unbedachten Schritten passiert dies schneller, als Ihnen lieb ist. Zu allem Überfluss dürfen Sie nicht frei speichern und im Falle des Scheiterns die ganze Mission von vorne beginnen.

Screenshot aus GBR

Später werden Sie noch von Kollegen begleitet, zwischen denen Sie als Spielfiguren jederzeit wechseln dürfen. Das war es aber schon mit der Abwechslung.

Bei der Bedienung hält man sich weitestgehend an die etablierten Standards. Springen kann Ihre Figur allerdings nicht, genauso wenig wie Treppensteigen oder Waffen und Munition von gefallenen Gegnern aufsammeln.

Fazit

Eigentlich hatte ich einen netten, belanglosen Shooter erwartet, der nichts weiter von mir verlangt, als auf alles zu schießen, was nicht bei drei in Deckung hechtet. Und eigentlich ist G.B.R auch nichts anderes. Was dem Spiel jedoch das Genick bricht, ist die hundsmiserable Grafik, die nicht nur jegliche Atmosphäre killt, sondern gleich den gesamten Spielspaß ins virtuelle Nirwana schickt. Der Rest des Spiels würde vielleicht noch für ein wenig Unterhaltung sorgen.

Ob das Spiel auf einem anderen System vielleicht besser aussehen, und somit mehr Spaß machen würde, haben wir nicht getestet. Denn zum Ende zerschoss uns G.B.R auch noch das Betriebssystem. Verständlich, dass wir das Risiko auf einem anderen PC nicht mehr eingehen wollten.

Pro und Kontra
- Nur 800x600 Pixel
- Hässliche und fehlende Texturen
- Detailarme Umgebung
- Unübersichtliche Karten
- Belanglose Story und Missionsziele
- Billig wirkender Sound und Effekte
- Kein freies Speichern
- Unverhältnismäßig lange Ladezeiten

Einzelwertungen:
Spielspaß: 15 Prozent
Grafik: 5 Prozent
Akustik: 10 Prozent
Bedienung: 20 Prozent
Mehrspieler: nicht vorhanden

Gesamt: 12 von 100 Prozent.