Veröffentlicht am Montag, 3. Dezember 2007 von Marco Gödde
Entwickler Timegate liefert nach der ersten Erweiterung Extraction Point nun das zweite Addon zum Ego-Shooter F.E.A.R. (First Encounter Assault Recon). Anders als das erste Add-On, das zum Start noch nach dem Hauptprogramm verlangte, kommt Mission Perseus als Stand-Alone-Erweiterung daher und ist somit alleine lauffähig. Ob es damit besser wird, als der erste Versuch, wollen wir in unserem Test klären.
Das ist egal. Wer Sie sind beziehungsweise, wie Ihr Alterego heißt, haben Sie bereits nach fünf Sekunden wieder vergessen. Sofern das denn überhaupt irgendwo erwähnt wird. Im Handbuch steht gar nichts, abgesehen von einigen Hotline-Nummer, an die Sie sich bei technischen Problemen wenden können. Und auf der Verpackung steht, außer den marktschreierischen PR-Floskeln, auch nichts. Nur soviel ist am Anfang klar: Sie erleben Ihr Abenteuer parallel zu den Ereignissen aus dem Hauptprogramm. Wieder ist der durchgeknallte Psychopath Paxton Fettel Ihr Gegenspieler und unterwegs treffen Sie auch wieder dieses kleine Mädchen im roten Kleid. Jedenfalls geht es um ein geheimes Projekt namens Perseus. Um was es sich dabei handelt, erfahren Sie im Laufe der sieben Missionen durch die vertraute Mischung aus Anrufbeantwortaufzeichnungen, Funksprüchen und Zwischensequenzen in denen Fettel häufiger zu Wort kommt und Ihnen einige offene Fragen aus dem Hauptspiel beantwortet.
Sie starten als Mitglied eines drei Mann starken Teams, werden jedoch kurz nach Beginn von Ihren Kollegen getrennt und so lautet eine Ihrer ersten Aufgaben, den Anschluss an Ihre Gruppe wieder zu finden. Allerdings werden Sie sich fragen, wozu überhaupt? Sind Sie doch geschätzte 99 Prozent der Spielzeit sowieso alleine unterwegs. Später retten Sie dann ein Delta Force Team und beschaffen wichtige Computer-Dateien. Doch all das ist eher nebensächlich, besteht doch Ihr Primärziel darin, alles über den Haufen zu schießen, was bei drei nicht hinter Kisten, Tischen, Schränken oder sonstigem Mobiliar in Deckung gegangen ist. Dazu greifen Sie auf die vertrauten Schießprügel und drei neue Waffen zurück. Darunter ein Blitzgewehr, das schwach gepanzerte Gegner bereits beim ersten Treffer aus den Latschen haut oder eine fette Gatlinggun, die ihr Magazin schneller lehrt, als eine Horde Kinder eine Tüte Gummibären. Und abgesehen von ein, zwei neuen Gegnern halten sich die Neuerungen in ziemlichen engen Grenzen. Sie durchwandern die gleichen Büroräume und die selben Lagerhallen wie in den beiden vorangegangenen Einsätzen.
Nichts ist wirklich neu und so langweilen die Einsatzgebiete bereits nach wenigen Minuten. Spannend und angenehm gruselig wird es erst ab der Mitte, wenn Sie durch die düsteren Gänge einer alten U-Bahn stolpern oder durch ein verfallenes Bergwerk rennen. Nach wie vor trägt die sehr gute Musik am meisten zum Gänsehautgefühl bei. Aber auch das kennen Sie ja schon aus dem Hauptspiel.
Am Ende schalten Sie drei Bonusmissionen frei, die Sie direkt aus dem Hauptmenü heraus starten, in denen Sie lediglich auf Zeit spielen. Bleibt nur zu hoffen, dass der F.E.A.R.-Nachfolger Project Origin wieder mehr zu bieten hat, schließlich entsteht der wieder bei Monolith.