Bibliothek

Mehr Informationen zu
eSports.

Funktionen

Druckansicht

eSports

Counter Strike trifft Eltern

Veröffentlicht am Saturday, 25. April 2009 von Redaktion 

Klotzen statt kleckern: Vielleicht ist dies eine bessere Beschreibung für das, was sich am letzten Freitag in Offenbach ereignete. Eltern legten Hand bei Counter Strike an, dabei ein Magistratsmitglied und Pädagogen sowie Verantwortliche der ESL. Es ändert sich etwas, meint zumindest GamePorts-Autor Qiong Wu.

AK 47 statt Kochlöffel - in Offenbach lässt die "Electronic Sports League" (ESL) Eltern und Pädagogen an die Maus, kontrolliertes Reinschnuppern in die Welt der Jugendlichen.

In Zeiten von Erfurt und Winnenden ein offensives Umgehen der Spielebranche mit ihren Kritikern. Zwei Spiele werden vorgestellt: Zur Einführung das harmlose Auto-Rennspiel Trackmania und das interessantere Spiel - Counter Strike.

Neugier und Interesse statt Dämonisierung

Gemischte Gefühle wie Neugier, Interesse, Ablehung und Akzeptanz sind unter den Besuchern. Trotzdem bleibt die Stimmung objektiv, Dämonisierungen sollen vermieden werden. Erstaunlich schnell meistern die Offenbacher die Steuerung der Spielfigur. Keine Selbstverständlichkeit, denn in anderen Städten hatten viele Probleme: Vor allem die Anekdote über das Aufteilen Maus und Tastatur wird gerne erzählt.

Die offene Diskussion nach der Daddelrunde zeigt: Das Thema berührt. Hitzige Diskussionen, die beinahe schon gesellschaftskritisch werden, dominieren die Debatte. Unabhängig davon, ob das Thema auf Akzeptanz und Ablehnung stößt - dass Computerspiele ein nicht wegdenkbarer Bestandteil der Jugendmoderne sind, davon sind alle überzeugt.

Statt der erwarteten ablehnenden Meinung gegenüber Computerspielen, gibt es kontroverse und sogar zustimmende Stimmen zum Thema Computerspiele. Eine Forderung nach Aufbau von Kompetenz im Computerspiele-Bereich wird laut, Counter Strike im Unterricht als Option genannt.

Zwischen Virtualität und Realität unterscheiden

Zu Counter Strike ansich gibt es zwar lobende Worte, die taktischen Vorgaben und der dynamische Spielablauf etwa. Andererseits stoßen die Gewaltinhalte weiterhin auf Unverständnis. Als Gegenargument halten "Cowboy und Indianer" her: Die Spieler seien in der Lage, zwischen Virtualität und Realität zu unterscheiden. Es sei mehr als bloßes Vernichten, sondern ein Taktikspiel.

In der anschließenden Diskussion mit Vertretern der ESL, Manager der professionellen Clans und ESL.TV-Moderatoren, gibt es wärmende Worte. "Das ist ja wie Bundesliga, da gibt es dann auch einen Beckenbauer und einen Hertha BSC", sagt ein Teilnehmer, und lächelt. Das Publikum zeigt Verständnis, aber seltene Vorschläge gibt es trotzdem: Schießen mit Gummibärchen im Teletubbieland, das wäre was - Grinsen bei den Veranstaltern.

Anerkennung für die professionellen eSportler

Als letztes besuchen die Eltern und Pädagogen noch die Intel Friday Night Gaming (iFNG), eine Live-Veranstaltung der ESL, quasi die Bundesliga des eSports. Laut, schrill, schnell und jugendlich. Erstaunte Blicke und Anerkennung für die Professionalität seitens der Teilnehmer. Die Halle ist proppenvoll. Der eSport präsentiert sich von seiner besten Seite. Ein gelungener Abend.