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Enemy Territory: Quake Wars

Nicht Fisch, nicht Fleisch

Veröffentlicht am Dienstag, 9. Oktober 2007 von Marco Gödde

Die Strogg: Seelenlose Verschmelzungen aus verrottendem Fleisch, Knochen und Metall. Ähnlich den aus Star Trek bekannten Borg (klingt schwedisch!) durchstreifen Sie die Galaxie auf der Suche nach fleischlichen Ersatzteilen. Nun haben Sie die Erde erreicht und beginnen gleich damit, Ihre Bestellliste abzuarbeiten. Doch da der Mensch bekanntlich zum Widerstand neigt und sich nicht so ohne Weiteres ausschlachten lässt, ist es nun an Ihnen, aktiv in die Schlacht einzugreifen.

Seitenwechsel

Anders als Sie es aus der "Quake"-Reihe gewöhnt sind, greifen Sie nicht nur auf Seiten der menschlichen GDF (Global Defence Force) in das Geschehen ein, sondern schlüpfen auch in die faulige Haut der Strogg. Oberstes Ziel ist es auf der jeweiligen Karte die Oberhand zugewinnen und dem Gegner Gebiete abzujagen beziehungsweise das eigene zu verteidigen. Das haben alle drei Spielmodi gemeinsam. In der Kampagne spielen Sie drei Karten infolge. Haben Sie die erste geschafft, geht es auf der nächsten weiter. Immer das vom Server vorgegebene Zeitlimit im Nacken. Im Spielmodus Ziel spielen Sie dagegen nur auf einer Karte, die sich vom Kampagnenmodus aber nicht weiter unterscheidet. Am interessantesten, gerade für etwaige Ligaspiele, ist der letzte Modus: Stoppuhr. Hier legt ein Team eine Zeit vor, die nach dem Seitenwechsel durch das andere Team geschlagen werden muss. Hier heißt es also von Anfang an Druck machen, um die gestellten Aufgaben rechtzeitig zu erfüllen. Zurücklehen können Sie sich nicht.

Jede Karte bietet für fast jede der fünf Spielerklassen ein abwechslungsreiches Angebot verschiedener Aufgaben. Da müssen Brücken repariert, Slipgates gehackt und Geschütze aufgebaut oder zerstört werden. So baut der Techniker (GDF) beziehungsweise der Konstruktor (Strogg) drei verschiedene Geschütztürme. Je einen gegen Personen, Fahr- und Flugzeuge. Der Geheimagent/Infiltrator hackt feindliche Zielobjekte, wie Fronteinstiegspunkte und übernimmt so Gebiete des Gegners. Der Feldagent/Oppressor positioniert Artillerie und fordert Luftangriffe oder Orbitalschläge an. Der gemeine Soldat/Aggressor ist dabei für das Grobe zuständig und zerstört seine Zielobjekte mit Sprengsätzen und schweren Waffen. Dagegen widmet sich der Sanitäter/Versorger so profanen Dingen wie das Wiederbeleben gefallener Kameraden oder versorgt sie mit Munition und Medikits auf Seiten der GDF beziehungsweise mit Stroyent auf Seiten der Strogg.

Einige Aufgaben sind dabei wichtig, um zumindest einen Teilsieg auf den Karten zu erzielen. So soll die GDF immer wieder einen Mobilen Kommandoposten (MKP) an einen bestimmten Punkt auf der Karte fahren und dort positionieren. Da der MKP aber sehr schadensanfällig ist und Techniker bei ihren Reparaturversuchen sinnlos ihr Leben opfern, wird der MKP immer wieder von einer guten Stroggverteidigung zu Klump geschossen. Hier und an anderen Stellen versagt die Balance.

Dabei setzen die Soldaten der GDF auf konventionelles Gerät wie Projektilwaffen, kettengetriebene Panzer und Helikopter, während die Strogg auf stroyentbefeuerte Energiewaffen, Schwebepanzer und futuristische Gleiter setzen. Und hier liegt auch ein Manko von Quake Wars: Beim Zielen über Kimme und Korn verschwimmt bei den Stroggwaffen für einige Sekunden die Sicht. Wechseln Sie dagegen als GDF-Spieler in den Zoom-Modus, haben Sie sofort klare Sicht. Auch das Wiederbeleben per Defibrilator geht GDF-Spielern schneller von der Hand, das Wiederbeleben per Energiespritze bei den Strogg. Dafür können Sie als Stroggversorger gegnerische Leichen in Wiedereinstiegspunkte verwandeln. Allerdings geschieht dies in Onlinespielen eher selten. Genauso wie das Wiederbeleben. Meistens nehmen Sie über den Wiedereinstieg per Warteschleife schneller wieder am Geschehen teil, als wenn Sie auf den Sanitäter wartet. Zumal die Wege an die Front kurz sind. Und da Sie quaketypisch auch schnell wieder sterben, geht Ihnen auch selten die Munition aus. Somit ist die Klasse des Sanitäters/Versorgers in Ermangelung spezieller Missionen nutzlos und selten auf den Servern anzutreffen. Damit verliert Enemy Territory eine wichtige taktische Komponente - gerade im Vergleich zum Konkurrenten Battlefield 2.

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