Edna bricht aus
Herrlich altmodisch
Veröffentlicht am Sonntag, 13. Juli 2008 von Marco Gödde
Die Entwickler bei Daedalic haben wohl eine Zeitreisemaschine bei sich im Keller stehen. Anderes ist es nicht zu erklären, das Edna aussieht, als oben es der fernen Adventure Vergangenheit entsprungen sei. Doch das muss nichts schlechtes sein, wie uns Edna beweist.
Spaß auf 800x600 Pixel

Edna sitzt in einer Zelle mit gepolsterten Wänden. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Was sie aber mit Sicherheit weiß, sie ist nicht verrückt, wie der Wärter vor der verschlossenen Tür behauptet. Zumindest bestätigt ihr das ihr Stoffhase Harvey auf Nachfrage. Daraus ergibt sich auch gleich die Hauptmotivation für Ihre kommenden Handlungen. Erstens, herausfinden, wieso man eigentlich hier ist und zweitens die Freiheit wiederzuerlangen.

Dabei steuern Sie Edna in bester Point & Click-Tradition durch liebevoll und detailreich gestaltete 2D-Umgebung. Wie in den einstigen Glanzlichtern aus der Hochzeit der Abenteuerspiele geschieht dies per zusammengeklickten Befehlen. Erst klicken Sie auf einen von vier am unteren Bildrand platzierten Begriff wie Ansehen oder Benutzen und wählen danach das Objekt Ihrer Begierde. Damit sie diese auch in Ihrer Umgebung finden, werden auf Tastendruck alle Hotspots eingeblendet. Das ist aber auch schon das einzige Zugeständnis an die Moderne.

Sind Sie erst mal aus Ihrer neuen Einzimmerwohnung raus, sammelt sich sehr schnell eine kaum zu überschauende Menge weiterer Örtlichkeiten an. Und auch das etwas fummelige Inventar ist bald ziemlich überfüllt. Immer wieder treffen Sie neue schrullige Figuren, mit denen Sie humorvolle und herrlich vertonte Gespräche führen. In denen finden Sie nicht nur Hinweise zur Lösung der vielen , zu meist logischen Kombinationsrätsel, sondern auch immer wieder Seitenhiebe auf Film, Fernsehen und Spiele. Dennoch werden Einsteiger schnell an Ihre Grenzen stoßen, da nicht jedes Rätsel wirklich logisch nachzuvollziehen ist und die Flut an Gegenständen, Räumen und Charakteren leicht überhand nimmt. Zwischendurch schlüpfen Sie auch mal in die Stoffhaut des quasselnden Hasen Harvey und durchforsten Ednas Erinnerungen. Leider sind diese Momente zu selten.
Fazit
Edna bricht aus überzeugt vor allem durch seinen Charme, der zum einen durch die Herrlich altmodische Präsentation und zum anderen durch den pointierten Humor entsteht. Ansonsten bietet Edna klassische Rätselkunst. Die wenigen Mängel stören zwar den Gesamteindruck, sollten Ihre Kaufentscheidung aber nur bedingt beeinflussen. Edna zur Flucht zu verhelfen macht einfach einen Heidenspaß. Allerdings wäre eine höhere Auflösung sicherlich drin gewesen.
Pro und Kontra + Unverbrauchtes Szenario
+ Viele skurrile Charaktere
+ Sympathisch-altmodische Bedienung
+ Abgedrehter Grafikstil,...
- ...an den man sich gewöhnen muss
- Unverhältnismäßig lange Ladezeiten
- Leicht umständliches Inventar
Einzelwertungen Spielspaß: 89 Prozent
Grafik: 61 Prozent
Akustik: 76 Prozent
Bedienung: 81 Prozent
Mehrspieler: nicht vorhanden
Gesamt:
78 von 100 Prozent.