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Saga

Auf zu neuen Wegen

Veröffentlicht am Freitag, 13. Juli 2007 von Redaktion 

Innovation ist das Schlüsselwort: Saga versucht, die populären Genres Echtzeitstrategie und Online-Rollenspiel zu verknüpfen. Doch ob der netten Idee, krankt das Spiel an vielem.

Aus der Welt von Gaia berichten Marco Gödde und Frederic Schneider

Blizzard kann ein Lied davon singen, dass es mehr als nur das Genre Shooter gibt, das von den Spielern weltweit angenommen wird. StarCraft und WarCraft sind gleich zwei hervorragende Strategie-Spiele des Entwicklers, 2005 räumte das Studio aus den USA mit World of WarCraft den Online-Rollenspielemarkt von hinten auf.

Saga heißt ein neues Spiel für den Computer, eine Mischung aus beiden Bereichen. GamePorts machte sich im frühen Betatest auf den Weg, das MMORTS (Massive Multiplayer Online Real Time Strategy-Spiel, zu Deutsch: Online Mehrspieler-Strategiespiel) zu erkunden.

Götter im Kampf um die Herrschaft

Als die alten Götter den Himmel beherrschten, lehnte sich einer von ihnen, Goth Azul, gegen die bestehende Ordnung auf. Die Götter schufen ein Gefängnis, Gaia genannt, in dessen tiefsten Inneren Goth Azul auf Ewig verbannt werden sollte. Doch bevor es dazu kam, gab Goth Azul das Geheimnis um die Macht der alten Götter an den niederen Gott Xethos Nom. Gemeinsam mit vier anderen niederen Göttern stürzte Xethos mit Hilfe dieser Macht die alten Götter und sie beanspruchten den Himmel für sich.

Die neuen Götter kämpften erbittert um die Herrschaft und nachdem bereits vieles zerstört war, einigten sich die neuen Götter. Jeder von ihnen erschuf eine eigene Rasse, die sie stellvertretend für sich auf der Oberfläche von Gaia gegeneinander kämpfen lassen wollten. Und welche Rasse auch immer gewinnen würde, ihr Gott und Schöpfer sollte die Macht im Himmel ein für alle mal übernehmen.

So beginnt Saga, das erste und bisher einzige MMORTS, das derzeit von Silverlode Interactive entwickelt wird. Gut, ganz das erste MMORTS ist Saga dann doch nicht. Schließlich gibt es da noch ein gewisses Shattered Galaxy: Massive Online Warfare. Das hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Begeisterte aber nur eine kleine Fangemeinde und blieb in Europa gänzlich unbeachtet. Deshalb beharren wir mal auf unserer Aussage.
In Saga ist es nun an Ihnen, stellvertretend für Ihren Gott, ein mächtiges Reich auf Gaia zu errichten und alle anderen zu vernichten. Dazu erstellen Sie zu Beginn Ihr eigenes Volk, das Sie aus fünf unterschiedlichen Fraktionen wählen. Dies sind Light (Licht), Maschines (Maschinen), Magic (Magie), Nature (Natur) und War (Krieg). Jede bietet ihrer eigenen, klassischen Rassen wie die Elfen, die ihre Macht aus der Natur beziehen oder die Zwerge, die auf ihre Maschinen schwören. Neben diesen stehen Ihnen noch die Orks (Krieg), die Giganten (Licht) und die Dunkelelfen (Magie), zur Verfügung.

Wie in einem klassischen Echtzeitstrategiespiel, errichten Sie anfangs Gebäude, zu denen Bauernhöfe, Sagewerke, Goldminen und Steinbrüche zählen. Mit diesen sichern Sie wie gewohnt die wichtigen Rohstoffe, um Ihr Fleckchen Erde weiter auszubauen. Später erwerben Sie Soldaten unterschiedlichster Couleur, um Ihr aufstrebendes Reich weiter zu festigen. Dabei gibt es rassenspezifische Unterschiede. So setzen die Zwerge eher auf Technologie und nutzen Schusswaffen und Kanonen, während die Elfen eher zu filigraneren aber ebenso starken Bögen und Ballistas greifen.

Doch anders als in den althergebrachten Vertretern des Echtzeitstrategiegenres sind Sie nicht alleine. Um Sie herum versuchen Hunderte anderer Spieler ebenfalls die Macht für ihren Gott zu erobern.

Um beide Genres sachgerecht verbinden zu können, sind die verschiedenen Spielabschnitte in einzelne Modi unterteilt. Spieler gegen Spieler-Kämpfe (PVP) finden in einem eigenen Modus statt, in dem Sie sogleich mehr Freiheiten haben. Dann geht es zu wie in jedem RTS auch: Ihre Gruppen formieren sich und treten nach den Befehlen ihres Generals gegen Gegner an. Nichts, das besonders, Saga in irgendeiner Art und Weise auszeichnen würde.

Eines der größten Manko von Saga ist derzeit die Optik. Leben findet auf der Karte quasi nicht statt, die Gebäude sind klein - erst nach einem Zoomen kehrt, mit viel Wohlwollen, ein wenig "Dörfchen"-Atmosphäre ein. Die Bäume sind nicht viel mehr als eine gut gemeinte Paint-Zeichnung, das ganze Spiel wirkt zurzeit wie in einem frühen Alphastadium.

Fazit von Frederic Schneider

So macht Saga insgesamt einen eher trüben, ja schon fast leblosen Eindruck. Denn alleine eine gute Idee, die spielerrisch nach dem ersten Spielen befriedigend umgesetzt wurde, reicht anno 2007 nicht mehr aus, um Erfolg zu haben. Bleibt zu hoffen, dass der Ersteindruck ein erster bleibt, und Silverlode seiner guten Idee mehr als ein größeres Update spendiert. Derzeit würde mir kein Grund, bis auf - vielleicht - Neugierde, einfallen, für Saga Geld auszugeben. Schade, eigentlich.

Fazit von Marco Gödde

Derzeit schreckt Saga noch ein wenig ab. Die spröde Optik und die Einsamkeit der ersten Stunden verheißen wenig Spaß. Auch beim Balancing der Quests liegt noch einiges im Argen. Und die knappe Hilfe beim Spieleinstieg ersetzt noch lange kein gutes Tutorial. Es liegt also noch reichlich Arbeit vor den Entwicklern.

Ersteindruck: Ausreichend