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7DaysGC

Die bessere Wochenschau

Veröffentlicht am Donnerstag, 12. April 2007 von Frederic Schneider

Sieben Tage Games Convention - ganz so lang ging Europas größte Spielemesse im vergangenen Jahr zwar nicht. Zusammen mit der Entwicklerkonferenz GDC und dem Eröffnungskonzert präsentieren die Macher des Dokumentationsfilmes "7DaysGC" aber viele Eindrücke aus Leipzig. Und machen dabei eine gute Figur.

 "Ich glaube die GC ist deshalb so beliebt, weil sie den Besuchern, den Ausstellern, den Händlern und der Presse genau das gibt, was die jeweilige Zielgruppe möchte." Das sagte Angela Schierholz, Projektdirektorin der GC 2006. Zusammen mit acht Mitarbeitern hat sie die Spielemesse geplant; das gesamte Jahr über, Ruhe gibt es meist nur die beiden ersten Wochen nach der Games Convention.

Mit vielen namhaften Vertretern sprachen die Macher des ersten Dokumentarfilmes über die Messe in Leipzig. Ohne viel Geld, machten sich die jungen Regisseure Ende August an das Werk, sieben Tage lang. Es geht im Film um vieles: Um das, was die Messe ausmacht, und Musik in Spielen. Um Gewalt in Spielen ("Killerspiele") - vor allem darum.

Wochenschau-Bericht über die GC

Dass es dabei nicht immer todernst zugehen muss, zeigt eine nachgestellte "Wochenschau". In einem getürkten Fernsehbericht, wie damals in schwarz-weiß, einer lustigen und schlecht zu verstehenden Stimme, garniert mit einigen Bildstörungen, inszinieren junge Menschen die Adelung der Games Convention.

Es geht dabei auch darum, Deutschland zu präsentieren. Obwohl nicht beabsichtigt, lässt sich aus dem Film klar heraushören und -sehen, wie die Filmregisseure denken: Der deutsche Markt darf und soll bekannter werden, Spielemusik ist klasse, Leipzig ist cool, die "Killerspiele"-Debatte ist, natürlich: scheiße.

Dabei war dieses Thema während der GC nicht zu hören, weder zu riechen noch davon zu lesen. Es ging um Spaß. Und um Lautstärke. Das hört man gut während des Filmes, wenn Martin Deppe, Chefredakteur der PC Powerplay, interviewt wird.

GameStar als Pädagoge

Verschossen haben sich die Macher auch in die Redakteure der GameStar. Markus Schwerdtel, stellv. Chefredakteur, wird hier von Petra Schmitz, Redakteurin, unterbrochen, hält sich da zurück. Beide Spielejournalisten haben stets die gleiche Meinung und viel zu sagen; immerhin sind sie, teilen sie uns mit, die besten Aufklärer, was den Umgang mit Computerspielen anbelangt. Noch besser als die Eltern. GameStar-Redakteure können Jugendliche besser sensibilieren für das Medium. Und die Eltern sollen sich darauf beschränken darauf zu achten, was in den Kinderzimmern vor sich geht. Als Orientierung sei die Alterseinstufung der USK maßgeblich. Sie sei wichtig, nicht perfekt, lehrt uns der Film.

In der Kritik steht schnell die stellv. Leiterin der BPjM, der Bundesprüfstelle für jugendgefährdene Medien. Sie nutzt den Film zur Klarstellung: Ihre Behörde würde nur aktiv werden, wenn eine andere Behörde ein Spiel anzeigt. Nicht die BPjM würde sich ein Spiel rauspicken, wie viele Spieler denken. "Wir haben nicht die Erwartung, dass alle von unserem Stand weggehen von Indizierung begeistert sind, aber wir möchten Verständnis wecken", spricht die junge Frau ins Mikrofon. Es war eine Kampfansage an die Spieler: Glaubt uns, wir wollen nur unsere Arbeit machen.

Eine Stunde und 22 Minuten geht der Film. Manchmal ist er langwierig, bei den Interviews, manchmal ist er schnell, wenn die Kamera fix durch die Hallen fegt.

Fazit

 Letztendlich rentieren sich die knappen anderthalb Stunden. Nicht, weil die BPjM mit Vorurteilen aufräumt. Nicht, weil die GameStar-Redaktion sich als Erklärbär sieht. Sondern weil der Film ein Kunstwerk junger Menschen ist, der die Games Convention von ihren schönen (und es gibt wenige schlechten) Seiten beleuchtet. Garniert mit Witz und professionellen Einlagen, wird "7DaysGC" zum Muss für aller Spieler.

Bewertung: Sehr gut

Download:
"7DaysGC" wird kostenfrei in drei Versionen (1,2 GBytes, 698 und 398 MBytes) zum Download angeboten. Eine Mirrorliste finden Sie auf der offiziellen Website.