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World of WarCraft: The Burning Crusade.

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World of WarCraft: The Burning Crusade

Jenseits des dunklen Portals

Veröffentlicht am Freitag, 9. März 2007 von Qiong Wu

Brennende Dämonenfeuer, eine Wüste und karge Landschaft und ein ganz neuer Kontinent - World of WarCraft-Fans aufgepasst: Für all diejenigen, die vom Hauptprogramm nicht genug bekommen können, erschlieߟt sich mit The Burning Crusade eine ganz neue Welt, in der wieder fleißig auf Abenteuersuche gegangen wird.

Wir haben die Erweiterung getestet und sind für Sie losgezogen, um herauszufinden, ob sich die Erweiterung für WoW-Zocker lohnt und ob es rentabel ist, deswegen wieder oder überhaupt mit World of WarCraft anzufangen.

Keine neuen Klassen

Wie so viele Erweiterungen, bringt The Burning Crusade neben vielen neuen Gegenständen und einer komplett neuen Welt auch zwei neue spielbare Rassen, Blutelfen und Draenei, deren Geschichte der Spieler in The Burning Crusade selber erspielen darf.

 Wer jedoch auf neue Klassen hofft, den wird The Burning Crusade leider enttäuschen, denn damit kann die neue Erweiterung nicht dienen. In dieser Hinsicht muss sich der Spieler weiterhin auf die alten Klassen beschränken - was aber nicht weiter stört, denn die vorhandenen Klassen bieten bereits mehr als genug Möglichkeiten, seinen Charakter zu gestalten.

Wir haben damit angefangen, einen neuen Charakter zu erstellen und dabei gleich eine der neuen Rassen ausprobiert, um möglichst viel von der neuen Erweiterung zu sehen. Und weil Blutelfen hübscher sind als Draenei, entschieden wir uns für eine sexy Blutelfin, um die Weiten rund um Silbermond zu erkunden.

Nach der Online-Anmeldung startet unser Charakter als zierliche Blutelfin in den Ruinen von Silbermond, um sich in die neuen Abenteuer und Quests zu stürzen. Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht: Gleich zu Beginn präsentiert sich die Ruinenstadt prachtvoll und elegant, ein gefundenes Fressen für unsere erkundungssüchtige Blutelfin.

Altbekannte Startquests

Leider wird diese Vorfreude schnell durch die gewohnt langweiligen Startquests getrübt. Genauso wie bei allen anderen Rassen, bestehen diese darin, irgendwelche Gegenstände zu sammeln, um sie danach gegen Erfahrungspunkte und Waffen oder Rüstungen einzutauschen. Ein gewohntes Spielprinzip für World of WarCraft-Spieler – leider.

Als eine sozialtechnische Neuerung im Spiel präsentiert sich uns gleich zu Beginn das Freunde-Such-System von Blizzard, das Spielern helfen soll, schnell und effektiv eine Gruppe zu finden. Sicher eine gute Idee, aber angesichts der Tatsache, dass Spieler bisher eigentlich selten Probleme hatten, schnell eine Gruppe für ihre Abenteuer zu finden, ist die ganze Funktion wohl eher ein Gimmick als eine dringend notwendige Neuerung.

Die Blutelfen bieten als neue Rasse im World of WarCraft-Universum der Seite Horde ganz neue Möglichkeiten der Entfaltung. Erstmals steht die Klasse des Paladins auch "Horde"-Spielern zur Verfügung.

Als Pendant dazu gibt es auf der Seite der Allianz die Draenei, die mit der Klasse des Schamanen neue Wege für die Allianz beschreiten.

Auch einen psychologischen Aspekt gibt es bei der Geschichte: Blutelfen geben versessenen Horde-Spielern endlich auch die Möglichkeit, einen süßen Charakter zu spielen, während die Draenei den Allianz-Spielern die Möglichkeit geben, endlich auch mal nicht ganz so liebe Scherbenweltbewohner zu steuern.

 Aber nicht nur die neuen Rassen bieten einiges zum Erforschen, auch den bekannten Rassen aus der alten Welt wurden neue Fähigkeiten und Talente verpasst: Besonders interessant ist das Ganze für diejenigen, die bereits einen Level 60-Charakter besitzen und die zusätzlichen 10 Stufen des Add-Ons ausreizen wollen.

Level 60-Charaktere finden sich sofort in der Scherbenwelt, hinter dem dunklen Portal wieder, um dort gegen fiese Dämonen und Bestien zu kämpfen, die noch wesentlich zäher sind als ihre Kollegen aus der alten Welt.

Für kontroverse Diskussionen sorgen auch die neuen Gegenstände: So übertreffen selbst Items, die in der neuen Welt relativ häufig gefunden werden, die hart erarbeiteten epischen Gegenstände aus dem alten Teil. Diejenigen, die hart für ihre alten Gegenstände gearbeitet haben, ärgern sich grau und blau, dass ihre teuren Schätze nun quasi wertlos geworden sind. Andere freuen sich darüber, die Dauerzocker ein wenig einholen zu können.

Neben diesen für Erweiterungen üblichen Neuerungen ist das Hauptaugenmerk der Erweiterung aufgrund des Rollenspielgenres auf die neuen Gebiete gerichtet. Die neuen Hauptstädte der Scherbenwelt, Ehrenfeste auf Seiten der Allianz und Thrallmar auf Seiten der Horde, bieten dem Spieler, der in der alten Welt schon alles gesehen hat, wieder einen Reiz, neue Gegenden zu erkunden und zu erforschen.

Dazu kommen die Startstädte der neuen Rassen Blutelfen und Draenei. So bietet etwa Silbermond atemberaubende atmosphärische Ruinen und hoch emporragende Türme, die mit ein Anreiz dafür sind, sich für die Neuerstellung eines Blutelfen Charakters zu entscheiden.

In der Scherbenwelt nichts Neues

Zwar hat sich in punkto NPCs und Quests zwar das eine und andere interessante Feature hinzugesellt - so kann man beispielsweise in einer Mission auf einem fliegenden Drachen Bomben abwerfen -, aber im Großen und Ganzen ist das alte Jäger und Sammler-Schema bei den Quests nach wie vor zu sehr ausgeprägt und hat sich gegenüber der klassischen Version von World of WarCraft kaum verändert.

 In Punkto Instanzen wurden große Instanzen mit Aufträgen für 40 Leute abgeschafft; Blizzard setzt nun auf Masse statt Klasse und gestaltet die neuen Instanzen überschaubarer und ermutigt dabei auch kleinere Gruppen, in Instanzen vorzustoßen. Um zu diesen zu gelangen, also um durch die Scherbenwelt zu reisen, benötigt der anspruchsvolle Spieler ein Reittier - neu in Burning Crusade: Er kann sich eines nehmen, das fliegt. Was bisher nur ein geheimer Traum von Spielern gewesen ist und höchstens mit den Taxireisen - teilweise - erlebbar war, ist jetzt endlich da. Fliegende Mounts bieten die Möglichkeit, sich frei in die Lüfte zu schwingen und endlich den erdgebundenen Wesen zu entschwirren.

Fliegende Mounts – aber nur für die Erweiterung

Allerdings: Nur in der Scherbenwelt. In der alten Welt ist es nach wie vor nicht möglich, mit fliegenden Mounts zu reisen. Wohl auch, um die Besitzer der klassischen Version zum Kauf der Erweiterung zu bewegen.

Wenn man als Charakter nicht gerade am Kämpfen, Reisen (oder Fliegen) ist, dann frönt man in World of WarCraft entweder dem virtuellen sozialen Leben oder man beschäftigt sich mit einem Handwerk. In The Burning Crusade gibt es für Handwerksfreunde das neue Handwerk Diamantenschleifer, bei dem sich der Spieler als Goldschmied und Diamantenschleifer üben kann. So stellt er beispielsweise aus Metallen Amulette und Ringe her, die den Spieler mit diversen Boni ausstatten.

Auch wurde die Stärke der selbst gebastelten Gegenstände von Blizzard erhöht, sodass es sich nun wirklich lohnt, auch einmal selber Hand anzulegen und sich seine Gegenstände zu bauen.

Zum Schluss noch etwas zur Geschichte: Sie ist, wie man es von Blizzard gewohnt ist, sehr gut integriert und lädt zum Weiterspielen ein. Man trifft wie schon in World of WarCraft bekannte Charaktere aus dem World of WarCraft-Universum. Die Integration der beiden neuen Rassen ist gelungen.

Fazit

Insgesamt gibt es also viel Neues in World of WarCraft: The Burning Crusade. Grundlegend hat sich aber nicht viel verändert.

 Für Spieler von World of WarCraft ist die Erweiterung ein absolutes Muss. Alleine schon, um den Kollegen in der Scherbenwelt nicht hinterherzuhinken. Und auch diejenigen, die aufgehört haben, weil sie in World of WarCraft schon alles gesehen haben, sollten einen Blick in die Erweiterung werfen, um vielleicht wieder die Lust auf World of WarCraft neu zu entdecken.

Fanden Sie World of WarCraft noch nie prickelnd, ist die Erweiterung kein Grund, das Spiel (neu) anzufangen. The Burning Crusade ist eine gewohnt gute Erweiterung im klassischen Blizzard-Stil: Neue Quests, neue Gegenden, neue Fertigkeiten und Gegenständen, das Spielprinzip wird jedoch kaum verändert; dafür sind alle neuen Features gut durchdacht und umgesetzt.

Pro und Kontra
+ Jede Menge neue Orte und Gegenstände
+ Zwei neue und durchdachte Rassen
+ Neue Fähigkeiten
+ Fliegende Mounts

- Immer noch die alten Spielprinzipien
- Fliegende Mounts nicht in der alten Welt verwendbar

Einzelwertungen
Spielspaß: 82 Prozent
Grafik: 77 Prozent
Akustik: 80 Prozent
Bedienung: 80 Prozent

Gesamt: 80 von 100 Prozent.