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Tony Hawk Project 8.

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Tony Hawk Project 8

Die Bretter die die Welt beskaten

Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Dezember 2006 von Clemens Homann

Ja, liebe Freunde des Konsolensports, Sie lesen richtig: Die Zahl im Titel ist tatsächlich die der Unendlichkeit. Tony Hawks Sequelbrett rollt unaufhörlich weiter. "Schon wieder ein neuer Teil, das ist ja Flieߟbandarbeit!" werden sich einige sagen, andere: "Schon wieder ein neuer Teil. Toll, dass denen immer noch was einfällt!" Ob der neue Teil tatsächlich nur eingefleischte Trickakkrobaten anspricht, oder aber auch neue Fans begeistern kann, klärt dieser Test.

Einmal Skater immer Skater

Auch Neversoft bleibt seinem Erfolgsrezept treu und wechselt die Skateleiste nicht, schließlich ist das Spielprinzip der Kern und Angelpunkt des Erfolgs der Reihe.

 Bevor man loslegen kann, gilt es sich zuerst einen Skater auszusuchen. Der Spieler kann aus drei vorgefertigten Charakteren wählen oder, was angesichts der schier endlosen Variablen viel mehr Spaß macht, sich einen eigenen erstellen. Hier unterscheidet man zwischen drei Grundtypen. Es gibt rotzige Punks mit Nietenhalsbändern und roten Irokesen, kleine Kinder mit Knieschonern oder den Hiphopper mit der weiten Hose und Kapuzensweater. Endlich zufrieden mit seinem Alter Ego kann jetzt das Board geschnappt werden, um in einem der 8 Parcours die Tasten zum Glühen bringen. Ähnlich den Schlagkombos in einem Beat 'em up, kann der Spieler durch verschiedene Tastenkombinationen, sämtliche auf einem Skateboard möglichen Tricks auslösen. Die Schwierigkeit dabei ist die Koordination, sprich das Timing zur Landung muss stimmen, sonst bricht sich unser liebevoll gestylter Punker noch einen Zacken aus seinem Irokesen.

Angeheizt

Im Verlauf des Spiels kann der Spieler sich im Skateshop von so genannten Heizern Spezialtricks dazu kaufen, die nicht unbedingt realistisch, dafür aber atemberaubend gut aussehen. Außerdem gibt es dort neue Decks zu erstehen. Die Heizer holt man sich bei Passanten ab, die überall in den Levels verteilt den Skatern zuschauen. Nach einer besonders guten Combo bekommt man Heizer gut geschrieben.

Wie gehabt spielt der Spieler die Parcours erst nach und nach durch das Erledigen verschiedener Missionen frei. Thematisch sind die Levels um eine amerikanische Großstadt herum angesiedelt. Darunter befindet sich Altbekanntes wie Innenstädte mit Autos, die einem in die Quere oder zu spektakulären Combos gelegen kommen, oder Ungewöhnliches wie eine Autofabrik mit zahlreichen Sicherheitsgeländern. Klar was das heißt; hier wird wie üblich gegrinded bis das Board raucht und nach wahnwitzigen Gaps gefahndet. Bis zu 70 dieser geschickten Sprünge von einem Hindernis auf das nächste verstecken sich in jedem Level und wollen für einen Highscore vom Spieler gefunden werden. Hin und wieder treten bekannte Skater in den Levels auf und bieten spezielle Challenges an, die für den Fortschritt auf der Karriereleiter unerlässlich sind. Darunter auch Rodney Mullen, der uns in die große spielerische Neuerung dieses Tony Hawk Teils einführt: den Nail the Trick Modus.

 Ist die Spezialanzeige gefüllt, kann neben den herkömmlichen Spezialtricks auch der Nailmodus aktiviert werden. Durch zeitgleiches Drücken der Analogcontroller zoomt das Spielgeschehen in Zeitlupe auf das Skateboard. Die beiden Kontrollsticks übernehmen ab jetzt die Kontrolle über jeweils ein Bein des Skaters. Zieht man beispielsweise das vordere Bein nach hinten, wird ein Kickflip ausgelöst. So lassen sich sämtliche Standardtricks ausführen, aber auch ganz eigene neue Kreationen entwerfen. Die wahre Königsklasse ist hier das Kombinieren von mehreren Tricks hintereinander, ohne sich mit den Beinen zu verheddern und unsanft auf dem Asphalt aufzuschlagen.

Angenagelt

Der neue Modus macht auch optisch was her. Wie schon im Fokusmodus verschwimmt alles bis auf die Boardaction und man bekommt tatsächlich das Gefühl, sehr nah dabei zu sein. Zumal auch die Soundkulisse entsprechend verlangsamt wird. Ansonsten hat sich auf der Oldgen grafisch nicht viel verändert. Die Grafiken erfüllen ihren Zweck und sind die Manöver noch so riskant, das Spiel läuft stets flüssig und auch Clippingfehler halten sich sehr in Grenzen.

 Vom Sound her gibt sich Neversoft auch diesmal keine Blöße. Die Geräuscheffekte stimmen bis ins Detail und der Soundtrack ist vom Feinsten. Den einen oder anderen Song darf man mittlerweile auch im Radio bewundern, beispielsweise Kasabians "Club Foot". Sehr gelegen kommt auch die Möglichkeit, nur Titel aus bestimmten Genres abzuspielen. So muss der eingefleischte Punker sich keine Rapmusik antun und dem Rastafari bleibt das Metalgeschrammel erspart.

Der Multiplayermodus bietet wieder Graffiti-, Combo und Trickmodus und die Möglichkeit den Spiltscreen horizontal oder vertikal einzurichten.

Fazit

Tony Hawks Project 8 richtet sich definitiv an bereits geübte Gamepad-Derwische. Einsteiger werden zwar in den ersten Levels noch mit relativ leichten Skatezielen bedacht, doch mit fortschreitender Tabellenplatzierung dünnen diese sich flott aus. Schon im vierten Level raufen sich auch geübte Spieler die Haare, wenn es gilt, den Laserschranken auszuweichen um die Disketten zu beschaffen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Level derart voll gepackt sind mit Hindernissen und Gaps, dass man eigentlich kaum noch gerade aus fahren kann. Die entspannte Spazierfahrt muss man so vielleicht beim Downhilljam suchen.

Die Qualität der Level variiert aber auch abseits davon stark. Der Vergnügunspark mit Achterbahnen und Geisterschiff wird gegenüber dem Betonpark seines Namens nicht gerecht. Der neue Nail the Trick Modus gefällt besonders, weil er genau das wieder in dieses leicht entartete Spiel hineinbringt, was Skaten eigentlich ausmacht. Üben, üben und nochmals üben.  Hier ist wirklich Fingerspitzengefühl gefragt und nicht das monotone Rumhacken auf dem Gamepad. Schade ist nur, dass man den eigenen Trickkreationen keinen Namen geben kann. Der mangelnde Realismus ist oft ein Kritikpunkt der Tony Hawk Reihe gewesen. Bei Project 8 findet man aber seit langem mal wieder eine richtige Innovation. Jeder der schon mal auf einem echten Board stand, weiß, wie schwer es überhaupt ist, einen Olli zu springen.

Pro und Kontra
+ Vielfältige Aufgaben
+ langfristig motivierendes Spielprinzip
+ neuartige Tricksteuerung

- teilweise eintönige Level
- einige Aufgaben mit enorm hohem Schwierigkeitsgrad

Einzelwertungen
Spielspaß: 88 Prozent
Grafik: 74 Prozent
Akustik: 89 Prozent
Bedienung: 85 Prozent
Mehrspieler: 86 Prozent

Gesamt
: 84 von 100 Pronzent.