Veröffentlicht am Mittwoch, 8. November 2006 von Marco Gödde
Einer, wenn nicht gar der beliebteste PC-Multiplayer-Shooter der letzten Jahre findet nun seine Fortsetzung. Und schon spalten sich die Lager. Die einen fürchten um ihren geliebten zweiten Teil, die anderen stürzen sich voller Begeisterung auf den dritten. Die Rede ist natürlich von Battlefield 2142, dem nunmehr offiziellen dritten Teil der Battlefield-Reihe.
Der immense Sprung von Nummer zwei auf 2142 erklärt sich ziemlich einfach. Während Teil zwei noch in der näheren Zukunft spielt und durch sein Golfkriegsszenario ziemlich dicht an unserer jetzigen Gegenwart ist, spielt der dritte Teil eben im Jahre 2142 und setzt mit Schwebepanzern und battletechkompatiblen Walkern auf entsprechend futuristisches Kriegsgerät. Sie ziehen entweder auf Seiten der EU (Europäische Union), einer Allianz aus den meisten ehemaligen europäischen Staaten und den kümmerlichen Resten der einst so mächtigen USA, oder auf Seiten der PAC (Pan Asian Coalition), bestehend aus Russland, Indien und den Staaten des mittleren Ostens, in den Kampf um die letzten verbliebenen Ressourcen.
Somit ist Battlefield 2142 die logische Fortsetzung einer Reihe, die nun mit dem Zweiten Weltkrieg, dem Vietnamkonflikt, einem Krieg in Nahost und der ferneren Zukunft alle wesentlichen Konfliktszenarien gängiger Actionspiele abdeckt. Allerdings stellt sich die Frage, was da noch kommen soll. Bliebe doch nur die Möglichkeit, für einen möglichen vierten Teil auf ferne Planeten auszuwandern. Schließlich scheint Electronic Arts wohl auch für die Battlefield-Reihe eine Veröffentlichung im Jahresrhythmus zu planen. Aber soweit sind wir noch nicht.
Erst mal befinden wir uns ja im bereits erwähnten Jahr 2142. Das trotz der vermeintlich hohen Jahreszahl vieles einen gewohnt vertrauten Eindruck hinterlässt, liegt einfach daran, das Digital Illusions CE und Electronic Arts auf den Unterbau von Battlefield 2 setzen. Das hat zum einen den Vorteil, dass sich die Programmierer auf das Wesentliche, nämlich ein möglichst fehlerfreies Spiel zu veröffentlichen, konzentrieren konnten. Zum anderen aber hat es den Nachteil, dass Infanteristen auch in Zukunft mit ziemlich gewöhnlichen Projektilwaffen in die Auseinandersetzungen eingreifen, die selbst optisch in der Gegenwart beheimatet sein könnten. Auch das schwere Gerät macht einen eher konventionellen Eindruck. Beim Fahren eines Panzers macht es sich kaum bemerkbar, ob Sie nun schwebend über die Hügel heizen oder auf den vertrauten Ketten durch die Gegend rattern. Lediglich beim Anblick der neuen turmhohen Walker wähnt man sich in der Zukunft. Auch die, auf nunmehr zwei Fluggeräte reduzierten – einmal Transport, einmal Kampf – Lufteinheiten orientieren sich eher an bekannten Standards.
Die Zukunft macht sich eher im Kleinen bemerkbar. Nämlich in all den kleinen und feinen Spielereien, die Ihnen in Form zahlreicher neuer Unlocks zur Verfügung stehen. So besitzt die Engineer-Klasse unter anderem eine magnetische Mine, die sich, einmal aktiviert, an vorbei fahrende Fahrzeuge und sogar tief fliegende Gleiter heftet und diese zerstört. Für die Support-Klasse gibt es mobile Schutzschilde, die eine Zeit lang vor Feindbeschuss schützen. Allerdings hat die Fülle an neuen Unlocks auch seine Nachteile. Bis Sie endlich eine neue und hoffentlich bessere Waffe in Händen halten dauert es ein wenig, da Sie erst alle davor liegenden Features freischalten müssen. Außerdem muss selbst die aus Battlefield 2 gewohnte Standardausrüstung wie Defibrilator und selbst Handgranaten erst mal freigeschaltet werden. Das nervt gerade zu Beginn gewaltig. Stehen Sie doch quasi mit heruntergelassenen Hosen auf dem Schlachtfeld. Selbst der Einstieg beim Squadleader muss erst auf diese Weise freigeschaltet werden. Und dann besitzt der Squadleader auch nur einen transportablen Einstiegspunkt, den er irgendwo in das Gelände schmeißt – hoffentlich sinnvoll. Tut er dies nicht, so kann wie gewohnt direkt beim Squadleader gespawnt werden.