Veröffentlicht am Donnerstag, 24. August 2006 von Redaktion
Die Videospielbranche ändert sich nie. Und sie ändert sich doch ganz gewaltig. Wie das zusammengeht? Nun, auch in diesem Jahr lassen sich selbst unterirdisch anmutende Spiele durch Messeschönheiten aufmöbeln. Das ist gut für das Auge der Presse und lässt den Entwickler ruhig schlafen. Gleichzeitig schießt die Branche in Puncto Grafik, Interaktion und Vernetzung durch die Decke.
Die spielbare Version von Cryteks FarCry-Nachfolger Crysis ließ bei Electronic Arts lange Schlangen entstehen. Diejenigen, die den Shooter nach langem Warten antesten konnten, bekamen den Mund nicht mehr zu. Im PC-Bereich ist also die nächste Runde der Grafikschlacht eröffnet. Die Konsolen bemühen sich derweil, ihre Anhängerschaft auf alle Altersschichten auszubreiten. Nintendo setzt auf die "Trendfarbe des Herbstes, Pink", wie auf der Pressekonferenz des Branchenriesen zu hören war. In Kombination mit Nintendogs, Animal Crossing und Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging dürfte dann laut Fahrplan von BigN bald kein Bundesbürger mehr ohne DS sein. "Digitale Einwohner zu Einwanderern machen", nennt man das bei Nintendo.
Bei Microsoft denkt man erstmal nicht an Kinder und Greise, sondern an den Osten. Ab dem 3. November 2006 wird es in Polen, Ungarn, Tschechien und in der Slowakei voll synchronisierte XBox 360-Titel und –Konsolen geben. Auch im Fokus der Strategen stehen Indien, Südafrika und Brasilien.
Apropos WM-Gastgeber und Zuckerhut: Bei Microsoft fand man eine wohl kostspielige aber elegante Methode, um das virtuelle Trikotzupfen zwischen Pro Evolution Soccer und der FIFA-Reihe zu beenden. Für mindestens zwölf Monate wird es beide Titel weder auf PlayStation 3 noch auf Nintendo Wii geben. Von daher kann es den Bossen in Redwood reichlich egal sein, welches Game das Laufduell gewinnt.
Was ist bloß aus Rare geworden!? Mit einer Träne im Knopfloch erinnern sich Feinschmecker an Highlights wie Donkey Kong Country oder Perfect Dark. Jetzt lässt der Entwickler folgende Ausgeburt auf die Spieler los: In einer frei gestaltbaren Welt lässt man mehrere Piñatas durch die Gegend laufen und miteinander kommunizieren. Ja genau, das sind die mit Süßigkeiten gefüllten Pferde aus Pappmaschee, die mexikanische Kinder am Geburtstag kaputt schlagen. Noch Fragen?
Deutsche Publisher sind im Aufwind. Mit den Strategiehits Anno 1701 und Paraworld bringt Sunflowers zwei innovative Produkte auf den Markt. Dazu gab Carsten Bickhoff (Managing Director) auch neue Zahlen bekannt: 4,4 Millionen verkaufte Exemplare, 70000 treue Communityfans, ein Durchschnittsalter von 33 Jahren, sowie ein Frauenanteil von mehr als 35 Prozent macht Anno zu einer der meist verkauftesten Marke weltweit. Denn nicht nur Deutschland ist im Anno-Fieber, sondern auch 35 verschiedene Länder mit zirka 20 verschiedenen Sprachen. Soweit die Zahlen.
Aber da bahnt sich ja ein weiterer Hit an. Die acht Millionen Euro teure Produktion von SEK-Ost und Sunflowers, Paraworld, kommt am 15. September in den Handel. In den nächsten Tagen wird GamePorts beide Titel genauer unter die Lupe nehmen.
Übrigens! Unter die Lupe haben wir nicht nur Spiele genommen. Die Messebabes lenkten oft die Augen auf sich. So haben wir hin und wieder den ein oder anderen Fachbesucher erwischt, wie er den "Lustobjekten" auf den Hintern schaute - pfui, wer macht denn sowas? GamePorts nicht - gut, fast nicht. Da liefen in der Halle 4 zwei junge Damen umher - recht klein gebaut, schwarze Haare, eine perfekte Figur und bis auf das Minimale angezogen, als Polizistinnen. Natürlich, dass sich die Blicke der männlichen Besucher in die Richtung der zwei Frauen richtete. Zugegeben: Auch die zweier GamePorts-Redakteure. Immerhin quatschten wir die sexy "Ordnungshüterinnen" nicht an, wie jemand, der sich scherzhaft freiwillig in "Gewahrsam" nehmen lassen wollte. Leider haben wir es versäumt, ein Foto zu schiessen. Versprochen: Das folgt (noch).