Die Siedler 2: Die nächste Generation
Wiedergeburt eines Klassikers
Veröffentlicht am Sonntag, 23. Juli 2006 von Denis Etzold
Jahrelang wurde danach gegooglet und davon geträumt. Nun ist es endlich da und ein Traum für viele Computerzocker der älteren Generation wird wahr: Die Siedler II erscheint neu. Mit einer wesentlich verbesserten Grafik und einem heiß ersehnten Mehrspielermodus, der nun auch über Netzwerk und Internet die Herzen der Wuselfreunde höher schlagen lässt.
Prinzipientreu
Nachdem vor allem die Fangemeinde darauf gedrängt hatte, wurde das Spielprinzip eins zu eins übernommen. Das zeigt keinesfalls einen kreativen Mangel, sondern die Vorbundenheit zwischen BlueByte und der Community.
Wer das Spielprinzip von Die Siedler II nicht kennt, kann sich wohl dessen rühmen eines der klassischsten Aufbaustrategiespiele nicht gespielt zu haben und trotzdem folgt hier noch eine kurze Erläuterung des Spielprinzips von Die Siedler II.
Der Spieler startet üblicherweise mit einem Hauptgebäude in dem sich sowohl Baumaterialien als auch Arbeiter befinden. Mithilfe dieser wird zunächst eine kleine Siedlung und im Weiteren ein großes Reich errichten.
Die Besonderheit an Siedler II ist, dass der Spieler seine Einheiten nicht direkt steuern kann, sondern mithilfe von Wegen festlegt wie und wo sich diese bewegen können. Der Spieler legt lediglich die Orte fest, an denen Gebäude errichtet werden sollen und die Arbeiter bewegen sich dann über die Wege zu den Baustellen, um diese aufzubauen.
Auch Militäreinheiten können nicht direkt gesteuert werden. Der Spieler kann lediglich einen Angriff befehlen, woraufhin die Soldaten zum Gegner marschieren und gegen diesen einen Kampf eröffnen.
Nach und nach baut man sich so durch Gebietserweiterung und Konstruktion von Gebäuden ein Imperium auf und eliminiert seine Gegner, indem man irgendwann das gegnerische Hauptquartier einnimmt.
Soviel jedenfalls zum Spielprinzip. Grafisch gesehen bietet die Neuauflage von Die Siedler II eine im Comicstil gehaltene Landschaft mit dazugehörigen Einheiten und Gebäuden. Diese passt sehr gut zum Siedler-Universum und erinnert durchaus an die alte 2D-Grafik des klassischen Siedler II.
Auch ein Heranzoomen an die Landschaft und das Beobachten des Wuselgeschehens kann sich durchaus sehen lassen und resultiert, nicht wie im klassischen Siedler II, in einem unidentifizierbaren Pixelbrei.
Musikalisch bietet die Demo jedenfalls eine Verbesserung zum Midigedudel aus alten Tagen, wer als eingefleischter Die Siedler II Zocker den alten Midisound bereits kennt und liebt, wird diesen allerdings vermissen, auch wenn die neue Musik durchaus atmosphärisch gelungen ist.
Abgesehen von Grafik und Musik spielt sich die neue Version von Die Siedler II fast genauso wie die alte Version, auch wenn einige Knöpfe anders angeordnet sind und manch einer die klassische Siedler II Menüdekoration der modernen Aufmachung der neue Version vorziehen würde.
Alte Haudegen
In punkto Völker muss bei der Neuauflage der Siedler leider auf die Wikinger verzichtet werden. Dadurch bleiben die Römer, die Afrikaner und die Asiaten als spielbare Völker zurück. Das ist aber nicht weiter schmerzlich, weil sich die Völker in der alten Version ohnehin nur optisch unterschieden. Die Entwickler spielen außerdem mit dem Gedanken, die Völker auch in spielerischer Hinsicht unterschiedlich zu gestalten.
Ganz neu und überhaupt der eigentliche Knackpunkt der neuen Version ist eindeutig der Mehrspielermodus für bis zu 6 Spieler, der endlich das Spielen an einem PC mit zwei Mäusen ablöst und so ein Gegeneinanderwuseln im großen Stil ermöglicht.
Wie dieser aussehen wird ist, leider noch nicht genau bekannt, in der Demoversion ist dieser noch nicht eingebaut. Dennoch kann sich jeder der möchte schon einmal von den Qualitäten der Neuauflage überzeugen. Die Demoversion ist mittlerweile fast überall zum Download erhältlich.
Am 7. September geht's los
Schon kurz nach der Ankündigung im Frühjahr wurde der Veröffentlichungstermin bekannt gegeben. Am 7. September werden zwei verschiedene Versionen im Handel zu finden sein. In der Limited Edition gibt es zusätzlich das Original Siedler II, welches eigens für die Neuerscheinung für Windows XP optimiert wurde. Auch soll eine handbemalte Sammelfigur der Limited Edition beiliegen. Die Standardedition besitzt dennoch den Karteneditor und ist mit knapp 45 Euro ganze zehn Euro günstiger als die Limited Editon.
Die Systemanforderungen haben sich natürlich auch verschoben. Mindestens 1,4 Gigahertz, 512 Mebibytes RAM und eine Grafikkarte mit 64 Mebibytes RAM und Shader 2.0 muss der Computer besitzen. Empfohlen werden aber folgende Eckdaten: 3,0 Gigahertz und 1024 Mebibytes RAM, sowie eine Grafikkarte mit 128 Mebibytes RAM und Shader 3.0.
Fazit von Qiong Wu
Die Siedler II - Die Nächste Generation macht keine Fehler. Ein Remake des alten Klassikers ist bereits seit langem gefragt. Entfernten sich die eigentlichen Nachfolger von Die Siedler II immer weiter von den spielerischen Ursprüngen. Ich persönlich freue mich sehr auf die Veröffentlichung dieser Neuauflage und kann allen anderen Siedler-II-Fans nur empfehlen, sich auf einen Mehrspieler-Knüller vorzubereiten.
Und wer dieses Spiel noch nicht kennt, der sollte schnurstracks in den Softwareladen rennen und sich Die Siedler II Gold Edition kaufen, um sich ebenfalls vom Siedler-Universum faszinieren zu lassen.
Fazit von Denis Etzold
Wow. Was für ein Spiel. Das neue Design der wuseligen Figuren macht nicht nur jeden Fan schwach. Das Prinzip ist alt, doch nur Siedler II - Die nächste Generation kann behaupten, dass das auch gut ist.
Für mich wird die Veröffentlichung eines der Jahreshighlights im Bereich der Aufbaustrategiespiele sein. Mit dem Karteneditor wird auch die Community wieder zufriedengestellt. Im Übrigen: Ein spezielles Feature des Editors erlaubt es, Originalkarten aus die Siedler II in das neue Spiel zu übernehmen. Schnell werden die Fans neue Karten in das Internet stellen und so endlosen Spielspaß sicherstellen.