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GIGA bläst zum Angriff

Veröffentlicht am Samstag, 28. Januar 2006 von Matthias Bogdanski

Der Jugendsender GIGA hat am Freitag sein neues Studio in Köln vorgestellt. Neben neuen Möbeln gab es vor allem Neues über die Pläne des Senders zu erfahren. GamePorts war für Sie vor Ort. In bester Nachbarschaft einer großen Mehlfabrik hat GIGA sein neues Studio in Köln bezogen. Dabei fällt das Gebäude im Straßenbild kaum auf, nichts erinnert auf den ersten Blick an den Spiele-Kanal. Beim großen "Relaunch" des Senders in der Domstadt waren ohnehin die inneren Werte von größerer Bedeutung. Präsentiert wurden neben den neuen Studios auch die Pläne für GIGA, den Internet-Sender "GIGA 2" und die neue Homepage.

GIGA plant Internet-Sender

 Vor den versammelten Journalisten stellten die GIGA-Geschäftsführer Michael Wölfle und Jens Hilgers die Pläne für das Jahr 2006 vor. Neben dem gewohnten TV-Kanal GIGA soll spätestens ab dem zweiten Quartal des Jahres ein zweites GIGA-Programm starten. Unter dem Projektnamen "GIGA 2" arbeitet der Sender derzeit an einem reinen Internet-Fernseh-Angebot (IP TV), für dessen Empfang Gebühren gezahlt werden müssen. Die zahlt der Kunde dann allerdings nicht in Euro, sondern standesgemäß in der Währung Giga. Auf "GIGA 2" sollen täglich acht Stunden neues Programm gesendet werden. Freuen können sich Anhänger der E-Sports-Szene über Live-Übertragungen von Begegnungen der Electronic Sports League (ESL) oder der World Cyber Games (WCG). Da Kunden des neuen Internet-Angebotes mindestens 16 Jahre alt sein müssen, ist gewährleistet, dass auch Shooter-Fans auf ihre Kosten kommen werden.

Internetauftritt wird um Wörterbuch erweitert

Im zweiten Quartal des Jahres soll auch der Internetauftritt des Jugendsenders erweitert werden. Nach Meinung von Geschäftsführer Jens Hilgers werden die Besucher die neuen Möglichkeiten zu schätzen wissen: Unter anderem ist eine Spiele-Datenbank geplant, quasi eine Wikipedia-Variante für Gamer. Ebenso soll es über den Service "Video on demand" möglich sein, bereits gespielte Begegnungen zweier Clans ein weiteres Mal anzusehen. So sollen sich die Freunde des elektronischen Sports noch besser über ihre Favoriten informieren können.

Im Zeichen des E-Sports

 GIGA hat sich für die Zukunft den Begriff "E-Sports" ganz groß auf seine Fahnen geschrieben. Neben den Übertragungen und Hintergrundinformationen, die "GIGA 2" und die Website liefern sollen, bildet das TV-Programm über Astra Digital den Kern des Paketes. Programmdirektor Stephan Borg versprach exklusive Berichterstattungen von Begegnungen der ESL. Zudem wird es eigene Sendungen für "WarCraft 3"-Schlachten geben. Auch Sportspiele sollen durch eine eigene Sendung gewürdigt werden. Besonders das Wochenende steht im Zeichen des elektronischen Sports bei GIGA. Von 20 Uhr bis Mitternacht wird es beispielsweise sonntags eine "Counter-Strike"-Sendung geben. Neben den bekannten Gesprächen mit Spielern soll man nun zwei Stunden lang live zusehen können, wie sich die beiden Fünfer-Teams bekämpfen. Michael Wölfle ist mit Blick auf die Konkurrenz optimistisch: "Auch in naher Zukunft wird kein anderer Sender 24 Stunden Spiele zeigen können."

Auge in Auge mit dem Gegner

Beim abschließenden Gang durch das Studio platzt der Journalisten-Tross mitten in die Vorbereitungen für die laufende Sendung. Man wird Zeuge des kurzweiligen Schauspiels, wie zwischen Maske und Studio Mitarbeiter und Gäste hin und her eilen. Die allgemeine Hektik hinter den Kulissen verwundert nicht, schließlich ist Premierenstimmung und alles ist noch neu. Die auffälligste Neuerung findet man, wen wundert's, im Bereich von GIGA eSPORTS. Dort sitzen sich die Kontrahenten nun an je fünf PCs direkt gegenüber. Im ersten "Counter-Strike"-Spiel des Abends bewährt sich der vom Sender gewünschte Effekt der Umbaumaßnahmen: Den Spielern gefiel die Sitzordnung, weil man die Gegner auch mit Gesten einschüchtern konnte.

Gratulation vom Oberbürgermeister

 Den Mitarbeitern des Senders war nach dem Sendestart im neuen Studio um 18 Uhr die Erleichterung anzumerken. Auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma gratulierte zum Sendestart und ließ verlauten, dass er die Videospielszene mit großem Interesse verfolge. Der Erste Bürger der Domstadt freute sich über den Umzug von GIGA noch aus einem anderen Grund: "Einen Düsseldorfer zu überzeugen, nach Köln zu kommen, das tut gut." Seit dem 27. Januar ist GIGA auch über einen neuen digitalen Transponder zu empfangen und erreicht damit 88 Prozent der deutschen Haushalte.