Veröffentlicht am Montag, 24. Oktober 2005 von Patrick Wieth
Blizzard, wer kennt die Firma nicht? Die Macher von StarCraft, Diablo, WarCraft und letztlich auch World of WarCraft (WoW). Aber warum ist bei so vielen Spielern diese Firma das Alpha und das Omega der Spieleentwicklung?
Die meisten werden wohl an erster Stelle ihren ungeschlagenen Support nennen, denn das Battle.net ist eine Plattform, unkompliziert, schnell und trotzdem werden mehr Möglichkeiten geboten, als überall sonst. Andere werden wohl einfach das Flagschiff StarCraft nennen - ein geniales Spiel, ausbalanciert, schnell und strategisch. Allerdings hat Blizzard in der Vergangenheit mit Flagschiffen nicht so viel Glück gehabt.
Diese Firma hat einfach Charakter, sie steht zu dem, was sie sagt und enttäuscht ihre Fans nicht. Blizzard braucht keine treuen Fans, die die Patches entwickeln, wie Electronic Arts. Die Meisterwerke werden ständig nachgepatcht, so ist für Diablo II und StarCraft sogar noch 5 Jahre nach Erscheinen ein Patch veröffentlicht worden. Vorallem tragen aber auch andere Dinge dazu bei, Blizzard zu einem Mythos zu machen, dazu zählen z.B. die beliebten Aprilscherze, wie den zwei-köpfigen Oger, der dieses Jahr als neuer Charakter für WoW vorgestellt wurde oder den Pandaren Brewmaster, der letztendlich sogar wirklich ein neuer Held in WarCraft wurde.
Die Fans sind auch immer wieder neuen Mythen auf der Spur; alte Hasen erinnern sich bestimmt an das Juwel im Diablo II Chat, das man aktivieren konnte. Durch alle Foren geisterte die Nachricht, es gebe einen neuen, geheimen Level zusammen mit dem Juwel. Blizzard gab dazu nur die Antwort „Das Juwel erfüllt seinen Zweck“ und damit ging die Suche monatelang, bis bekannt wurde, dass das Juwel einfach ein Lesezeichen für den Chat ist. Häufiger geschieht es, dass Server überlastet sind, wenn ein neues Spiel erscheint. Dazu muss eine Firma nicht Blizzard heißen, allerdings hat Blizzard auch bei dem total überfluteten Server nicht kapituliert und den Diablo II-Spielern nach einer Woche fähige Server hingestellt.
Außerdem hat Blizzard mit dem Laddersystem das Onlinegaming revolutioniert, bis heute unerreicht und ständig weiterentwickelt, hat Blizzard sogar in einem Rollenspiel ein Laddersystem angeboten. Letztlich ist der ununterbrochene Ansturm auf StarCraft, was heute noch mehr gespielt wird, als jedes andere Spiel (international), auf das Laddersystem zurückzuführen. Dieses bietet den Spielern eine einfache Möglichkeit, sich mit anderen zu messen und die ständige Arbeit am Balancing gibt dem Langzeitspielspaß dann noch das Gütesiegel. Diablo II erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. So wurden selbst Jahre später noch diverse Spielaspekte hinzugefügt, wie auch den Laddermodus, der bereits von einigen Spielern praktiziert wurde, als "Ironman", man muss ohne Items komplett von vorne anfangen. Mit WarCraft III ist das "Laddern" noch einfacher geworden, man muss lediglich auswählen, welche Maps interessant sind und schon beginnt die Suche nach einem möglichst gleichstarken Gegner. Andere Firmen bieten da lediglich den Service von Gamespy an, selbst der Riese Electronic Arts. Das bedeutet natürlich auch qualitatives Outsourcing, um es neudeutsch zu formulieren. Die Fans beweisen jedenfalls, welche Firma ihr Herz erobert hat.
Blizzard musste allerdings auch schwere Zeiten durchmachen, als die vier Väter von Diablo, Roper, Brevik und die Brüder Schaefer, verloren sie mit einem Schlag die ganze Führung von Blizzard North, einem der Blizzard-Studios in Amerika. Trotz allem schien das Publisher Vivendi Universal nichts auszumachen.
Erst letztlich gab es wieder eine Meldung, die alle StarCraftspieler in ihren Bann zog und zu zig Diskussionen in den Foren anregte: So wurde die Seite des Battle.nets überarbeitet. Blizzard kündigt etwas Großartiges an und ganz unten auf www.battle.net ist als Bildbeschreibung eines blauen Podests zu lesen: „Help me Jim Raynor... You’re my only hope!“. Es wird natürlich spekuliert, dass es sich um die Ankündigung von StarCraft II handeln könnte, denn Jim Raynor ist kein Bestandteil von StarCraft: Ghost. Allerdings kann es sich auch nur um einen Gag, wie das Juwel handeln. Blizzard nimmt jedenfalls keine Stellung dazu und lässt uns hoffen.