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Amoklauf in Emsdetten

Die Politik fordert Verbot von Killerspielen

Es war ruhig geblieben, um die Spezies, die sich "Killerspiele" nennt. Ein Thema, das vor allem durch die Politik beschworen wurde. Nach dem gestrigen Amoklauf in Emsdetten läuft nun ein neue Debatte an.

Bereits gestern berichtete GamePorts von ersten Reaktionen aus der Politik. In der Netzeitung fordert der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz ein Verbot von "Killerspielen". Man müsse sich generell mit der Jugendgewalt befassen. Er stellte jedoch auch klar: Nicht jeder, der Shooter spiele, werde "automatisch zum Massenmörder".

Schönbohm fordert Ende der Entwicklung von "Killerspielen"

Heute setzen zahlreiche Politiker in der Netzeitung nach: Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte, ein wirksamer Jugendschutz könne offenbar nur erreicht werden, wenn "besonders schädliche Computerspiele nicht mehr hergestellt beziehungsweise der Zugriff für Jugendliche erheblich erschwert wird".

"Spiele, in denen der Erfolg sich an der Verstümmlung und Ermordung möglichst vieler Menschen – Alter, Frauen, Kindern, Polizisten oder schlicht 'Feinden' misst, sind in keiner Hinsicht zu akzeptieren", so der Innenminister.

Wirksamer Jugend-Medienschutz gefordert

Sein Parteikollege Wolfgang Bosbach (Fraktionsvize und Innenexperte der CDU) sagte: "Das Sinken von Hemmschwellen und die Bereitschaft, in der Realität Gewalt anzuwenden, kann (durch Killerspiele) deutlich ansteigen." Er fordert ein wirksameren Jugend-Medienschutz, "aber keine Killerspiele, die zur Verrohung führen können."

Kraus: "Killerspiele" bieten keinen Ausweg "für den Verlierer"

In einem Gastbeitrag für das Boulevardblatt BILD schreibt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, "brutale Computerspiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des Stärkeren vor". Auswege für den Verlierer würden "Killerspiele" nicht bieten.

Der Fraktions-Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, lehnt hingegen ein Verbot der "Killerspiele" ab. Die "einfältige Forderung der Großen Koalition nach einem Verbot von Killerspielen (reicht) sicher nicht aus", sagte er der Netzeitung.

Counter Strike unter Kritik

Die Politiker kritisieren vor allem den Shooter Counter Strike (CS) von Valve Software. Ein Zusammehang zwischen Spiel und der Tat kann allerdings bislang nicht hergestellt werden. Schon 2002, nach dem Amoklauf in Erfurt, forderte die Politik ein hartes Vorgehen gegen brutale Computerspiele. In das schlechte Licht rückte besonders CS. Die Spieler wehrten sich: Die Politik würde pauschalisieren.

Gestern tötete sich ein Amokläufer in seiner ehemaligen Schule, eine Realschule in Emsdetten. Er schoss eine Lehrerin und den Hausmeister an, und verteilte Sprengsätze auf der Schule.

Zuletzt aktualisiert: 13:17 (einmal)

(fsc)

Veröffentlicht am Dienstag, 21. November 2006 um 10:48 Uhr

Schlüsselwörter

BosbachKrausSchönbohmWiefelspütz

Kommentare

Diese Kommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers oder der Redaktion übereinstimmen.

Spieler () Ja genau, Killerspiel verbieten und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Poltiker sollten endlich die wirklichen Ursachen bekämpfen anstatt Ausflüchte zu suchen. Schaut man sich unsere Nachbarn an (z.B. Österreich, Schweiz): Dort gibt es die sog. Killerspiele unzensiert, d.h. es fließt Blut: Und, herscht dort nun deswegen eine höhere Jugendkriminalitität?!
Poldi () Wie so oft kommen von unseren Politikern nur "Schnellschüsse". Die eigentliche Frage wird dabei von der Politik nicht berührt: wie kommt ein Jugendlicher eigentlich unbemerkt an Waffen und Sprengstoff? Bei Heise gibt es dazu einen erklärenden Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12426/1.html
Ma.Ge () Schnellschüsse - da fällt mir nur dazu ein, ob die daheim auch bei Ihren Lebensabschnittsgefährte/in auch Erster schreien? Denn genauso Pubertär hört sich das Geschwafel an.
Schnellschießer () "Aufbeschworen" gibt es nicht. Immer schön weiter daddeln.
Spieler und Arbeitnehmer () Es ist halt der Weg des geringsten Widerstands - wer wird sich schon stark dafür einsetzen sog. "Killerspiele" zu befürworten? Ganztagsschulen, Ausbildungsplätze, bessere Betreuung an Schulen, etc., kosten viel Geld und vor allem Überlegungen. Davon sind in den letzten Jahren zuviele schief gegangen, weshalb so ein leichter "Sieg" gerade recht kommt. Wie auch bei vergleichbaren anderen Situationen, wird hier nicht die Ursache, sondern lediglich ein Symtom bekämpft. Jemand der übermäßig Ego-Shooter, Kriegs-, Gewaltspiele aller Art spielt und sich an der Brutalität dieser erfreut, hat nicht das Problem 'Computerspiel' sondern ein ganz anderes. Die Beschaffung der Spiele stellt letztendlich nur eine kleine Hürde dar, selbst wenn Sie denn verboten werden sollen. Waffen sind ja ebenfalls nur mit Erwerbsschein in Deutschland zu bekommen...
mousesports johnny R. () diese dummen politiker haben kaum eine ahnung von counter-strike denn counter-strike ist weit mehr als reines geballere ich darf wohl im namen von allen mousesports mitgliedern und sonst auch noch allen anderen counter-strike spielern sprechen, dass counter-strike ein spiel ist, dass cs mehr als nur taktiloses ballerspiel ist. sondern mehr auf taktik bassiert als auf reinem ellemenieren der gegener und auch sonst ein spiel ist das nichts für einzelgänger ist, weil cs eigentlich ein taktikteamshooter ist und net ein reines ballerspiel mfg mouz Johnny R.
TheRebel () Also erstmal sollte man bei shootern schon die Art unterscheiden. Nur hirnloses gemetzel oder auch taktisches Denken? Splinter Cell zum Beispiel verbietet in einigen Missionen das töten. Aber back to Topic. Ich spiele seit nun mehr 16 Jahren Shooter aller Genre. Die einen gern die anderen weniger gern. Ich Spiele sogar Gotcha und geh auf dem Rummelplatz gern mal an die Schiesse. Bin ich deshalb ein Amokläufer? Nein Ich kann Sehr wohl Realität und Spiel unterscheiden. Vielleicht sollten unsere ach so tollen Politiker mal Ursachenforschung betreiben? Was war zum Beispiel mit der vor kurzem erstochenen Mutter? Der Täter hatte seine Tat auch angekündigt und der Staat hat nichts getan. Genauso wie jetzt auch in Emsdetten. Es war eine angekündigte durchgeplante Tat. In meinen Augen hat das Ganze also auch nichts mehr mit einem Amoklauf zu tun. Unser Staat tut nichts ausser schnell nen Sündenbock zu suchen, damit der Staat selber gar nicht erst in Kritik gerät. Ich finde es erbärmlich von den Politikern.
google () s.h. topic
Kirtscho () Ich bin der ultimative Mörder ich muss töten jeden Tag und viel Menschen abknallen mit der Schrotflinte in den Kopf...SO ungefähr stellen Politiker sich Gamer vor... Der Typ von dem Anschlag ,der war 100%ig kein Gamer, sondern ein Armes verlassenes Schwein, das mal ein bisschen Aufmerksamkeit wollte !Und nicht vom Computer aufgestanden ist ,und gesagt hat:" Naja ,das wetter ist so schön heute,geh ich mal ein bischen Schule überfallen ,weil es ja bei CS grad so lustig war..." Ich war grad Call of Duty zocken...naja ich muss los meine Kettensäge ölen... MUHAHAHAHAHAHAAAAAAAAAA!
ein CS Fan () ...wurden flugsimulatoren nach dem 11.september verboten??? schlieslich kann man mit diesen theoretisch lernen ein flugzeug zu steuern! meiner meinung nach,wird die entscheidung von gewaltanwendung nicht von Computerspielen beeinflusst.
Bert () Darf ich mich kurz fassen? Schwachsinn! Verbietet dann noch Alkohol und Zigaretten. Was sind das für Bierdümpfel unsere Politiker? Hauptsache mal was gesagt zu haben, so wie ich! Gruß an alle BF 2 Spieler Bert
Krayt () Als ob man in Deutschland schon nicht genug in seiner Freiheit beschnitten wird. Selbst als 18-jähriger kommt man nicht an ungeschnittene Spiele ausser über den Importeur... Sollte man als Erwachsener nicht selbst entscheiden können, was man spielt? Die deutsche Zensurpolitik ist so oder so fragwürdig, in Österreich kann man "Killerspiele" auch kaufen, nur läuft da keiner Amok... Irgendwo ein Widerspruch, ne?
Malzbier () Bevor sie das durchbringen haben wir den 5 Weltkrieg angezettelt oder leben in einer Anarchie .
Control () irgendjemand muss ja schuld haben .... nur finden unsre tollen politiker wie schon gesagt immer die falschen
Flip () Ihr habt so Recht, blos weil ein armer Kerl nicht mehr klar kam... Wie dämlich muss man denn sein um sowas auf n Spiel zu schieben! Die Politiker sollten mal ein wenig besser überlegen woher das kommt! Ey über sowas koennt ich mich jetz stundenlang aufregen! Nunja die sollten mal n Schritt weiter denken und dann nochmal was gegen unsere Games was sagen! Ihr Pfeifen!
Dean () Politiker unterliegen den selben Mächten, und zeigen so, das auch sie sich permanent gegenseitig zerfleischen, nur anders. Junge Menschen zerfallen lediglich an ihrer perspektivlosigkeit, ausgelöst durch "politische Gamer", die sich als "Looser" erweisen. Zu seiner Zeit war Hitler ein Großer. Zu ihrer Zeit waren es Kohl und Schröder auch. Heute Wissen wir das es anders ist !!!
Daniel B. () Hallo, warum sollen immer als erstes die Ego-Shooter verboten werden? Ich spiele auch einige davon und verspüre im realen Leben nicht einmal den Drang jemandem "in die Fresse" zu hauen. Ich hab auch jahrelang Paintball gespielt und war kurz zuvor noch Zivildienstleistender. Liebe Politiker, geistiger Schwachsinn zeigt sich nicht im Spielen von gewaltdarstellenden Spielen. Bei vielen Menschen glaube ich eher daran, dass sie wissen, wo sie sich abreagieren dürfen und wo nicht. Und jetzt zu der Anderen Frage: War nicht sowohl der Ammokläufer von Emsdetten, als auch der von Erfurt Mitglied in einem Schützenverein? Aber da traut ihr Euch nicht ran, oder? Das sind ja richtige Vereine und wahrscheinlich seid ihr selber Mitglieder. DAS ist feige und undemokratisch, aber in diesem Land normal - ohne Lobby wird man hier kleingemacht. Mit den Paintballern hab ihr das auch schon versucht, statt froh zu sein, dass sich junge Erwachsene sportlich betätigen. Gute Nacht, Deutschland. Daniel
Slyngel () Ich finde die Reaktionen einiger Politiker traurig. Verbote gerade in dieser Szene sind doch nun wirklich das sinnloseste was es gibt. Jeder kann sich doch heutzutage aber auch wirklich ALLES aus dem Netz saugen. So ein Verbot is einfach nur ein traurig einfacher Schritt fuer Politiker um VORZUTAEUSCHEN, dass es sie bekuemmert und dass sie etwas tun wollen... Wie waere es dann stattdessen mit mehr Jugendarbeit? Mehr Investitionen in die Jugend an sich. Mehr Perspektiven? Mehr EHRLICHE Aufmerksamkeit dem Problem gegenueber? Wer sich mit diesem Fall tatsaechlich auseinandersetzt, wird feststellen, dass ResistantX oder Bastian auf mehreren Seiten EINDEUTIGE Hilferufe hinterlassen hat. Die sind aber wohl groesstenteils ignoriert worden. Desweiteren haette mit einem gesunden stabilen Umfeld, diese Tat mit Sicherheit verhindert werden koennen. Warum also nicht eher versuchen der Jugend in Deutschland ein stabileres und zukunftsorientiertes Umfeld zu ermoeglichen? Die Anwort ist einfach. Es ist billiger und einfacher ein paar Computerspiele zu verbieten. Und bei dieser Art Reaktion auf so eine Tat(und das ist ja auch nicht das erste Mal...) wundert man sich immer noch, dass diese immer oefters wiederholt werden. Ich bin wirklich froh nicht mehr in Deutschland zu leben, dem seine Jugend offenbar nichts wert ist.
Mindmap () Regierungen zetteln Kriege an, siehe Bush USA, hetzten Menschen gegeneinander auf, siehe Kongo. Religiöse Führer rufen zum Glaubenskrieg auf, zum töten von Menschen, obwohl in den Religionen angeblich das Töten verboten ist. Spielemacher rufen zu nichts auf. Kauf das Spiel oder nicht. Wieviele Menschen sterben durch Politik und Religion, wieviele durch Ballerspiele? Wann werden endlich Politiker verboten??
fayt () alleine der ausdruck killerspiele, ist schon sehr laecherlich, schließlich, gibt es kaum spiele, wo man einzelnt rumlaeuft und ganze staedte und doerfer, geschweige personen in gebaeude "abmetzelt"... und cs/css ist ein MULTIPLAYER spiel, was heißt MULTIPLAYER ? mehrspieler, genau! und man spielt in einem TEAM, taktisch und klug, gegen das andere TEAM, also labert bitte kein muell, "liebe" politiker...
Bluter () Das Verbieten ist do contraproduktiv -- oder?! Wenn man sich mal so richtig aufgeregt hat und sich abreagieren will, dann schnappt man sich einfach so ein Game und lässt seine Aggressionen einfach da los. Werden diese Spiele verboten .... na wo lasse ich dann meine Agrr. los? Na klar, da findes sich doch bestimmt jemand in der Schule, den ich mal eben verhauen kann.
Der Kettenraucher () Also an sich kannst du das nicht so pauschalisieren. Ein vergleich mit Hitler wäre etwas zu heftig! Aber ansich ist das Problem einfach, das die Plotiker die sich für ein Verbot von sog. "Killerspielen" einsetzen, eine schnelle Lösung suchen um als "Retter der Gesellschaft" dazustehen. Denn das eigentliche Probleme von diesen Tätern ist einfach die unzufriedenheit mit dem System, persöhnlich Probleme, Streit mit Freunden oder/und Stress im Alltag. Das dieses Problem allgemein nicht von führenden Personen gesehen wird ist einfach zu erklären, eine Erklärung in der das Problem klar zu verstehen gegeben werden würde, wäre ein großes Eigentor, denn dadurch wären Wahlen etc. von vornherein aufgrund von Kontroll-problemen verloren. Also wer würde in so einer Situation nicht einen einfachen Sündenbock nehmen der schon früher im Kreuzfeuer gewesen ist. Ich persöhnlich finde, bevor sog. "Killerspiele" verboten werden sollten, sollten staatliche Förderungen erstmal ihre Erzieherischen Maßnahmen durchsetzen und die Ursprünge (wie: Mobbing an Schulen und Gewalt) weil ich behaupte, jeder der ein wenig aufgeklärt wurde in seinem Leben, und geistig auf der Höhe ist weiß sehr wohl den Unterschied zwischen Spiel & Realität zu unterscheiden. Und die Jugendlichen die trotzdem Gewaltätig sind, die würden zu 90% auch ohne "Killerspiele" gewaltätig sein! mfg Der|Kettenraucher

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