League of Legends - Launch der Open Beta für Mac



Roccat Mäuse im Test

Mausefalle oder Offenbarung?

von Patrick Wieth am 01.03.2011, 18:40

Roccat Mäuse im Test

Roccat ist ein bekannter Hersteller von PC Mäusen - Grund genug für uns sie ausgiebig zu testen. Vielleicht sogar zu ausgiebig, denn eine Maus ist uns beim Testen kaputtgegangen... Doch kommen wir gleich zu den Kontrahenten:

Roccat Kone[+]


Ziemlich futuristisch kommt sie daher in schwarz mit ihren zwei Streifen, die die Maus abwechselnd in verschiedenen Farben den gewissen Schwung verleihen. Die Kone[+] ist vorbildlich verarbeitet und liegt sehr angenehm in der Hand. Auch das Mausrad ist nicht einfach nur ein Gummirädchen, das man vorwärts oder rückwärts drehen kann. Es hat ein richtiges Profil, damit man den Halt nicht verliert. Es lässt sich zur Seite neigen und natürlich auch drücken. Damit hat es fünf anstatt der üblichen drei Bewegungsrichtungen.

Außerdem gibt es noch allerlei weiteren tollen Schnickschnack. Über dem Mausrad befindet sich eine weitere Taste, die das Startmenü im Windows öffnet. Darunter zwei praktische Tasten, mit denen sich die dpi hoch- und runterstellen lassen. Seitlich finden sich dann die klassischen Vor- und Zurücktasten, mit denen man in Fenstern navigieren kann. Insofern handelt es sich bei der Kone[+] von Roccat um eine sehr vielseitige Maus, die trotzdem nicht total überladen ist. Andere Modelle aus dem Highend-Segment besitzen z.B. ein Array von 9 durchnummerierten Tasten an der Seite, um z.B. in WoW alle Spells auf die Maus zu legen. Dies ist für den WoW-Gamer sicher interessant, wenn er die linke Hand noch frei haben möchte, um seine Warcraft-Plüschfiguren zu streicheln. Der Nutzer der Kone[+] muss darauf allerdings verzichten.

Dafür wirbt sie mit satten 6000 dpi, einer Tracking Distance Control, 1000 Hz Abfragerate und hat einen eingebauten Chip, auf dem die gesamte Konfiguration der Maus hochgeladen wird. Dadurch kann sie überall angeschlossen werden und funktioniert direkt so, wie sie vorher eingestellt war.

Dass sich mit der mitgelieferten Software alles individualisieren kann, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden, diese funktioniert einwandfrei und lässt sich einfach und ohne Probleme konfigurieren. Am coolsten hier ist die einstellbare Stimme, die ansagt, mit wieviel DPI gerade gezockt wird.

Roccat Kova[+]


Sie mutet an der kleine Bruder der Kone[+] zu sein. Ein ganzes Stück günstiger, leichter, flacher und schlanker beleuchtet kommt sie daher. Sie unterscheidet sich aber auch im grundsätzlichen Konzept.

Während die Kone[+] ihre Konfiguration auf einem eigenen Chip mit nimmt, speichert die Kova[+] ihre Einstellungen auf der Software im Computer. Auch die Optik ist ein wenig zurückhaltender. Denn die elektrolumineszenten Streifen der Kone[+] sind bei der Kova[+] auf je zwei Flecken im vorderen und hinteren Bereich der Maus reduziert. Durch ihre flache Auslegung wirkt sie aber sehr sportlich und die schwarze Farbe rundet dies ab. Da sie symmetrisch ist, ist sie für Linkshänder ebenfalls geeignet und liegt angenehm in der Hand.

Der Laser der Kova, mit 3200 dpi kommt sie aber trotzdem auf einen völlig ausrechenden Wert. Denn die Tests haben gezeigt, dass man nie mehr als 3000 dpi benötigt. Vielleicht wenn man mit einem sehr guten Beamer auf der Hauswand spielt. Dieser Testaufbau stand uns aber leider nicht zur Verfügung.

Die Tests

Getestet wurden die Mäuse selbstverständlich im gewöhnlichen Office Betrieb und in einigen ausgewählten Spielen. Als Referenzmaus für die Testwerte wurde eine Trust MI-6200 verwendet, die im unteren Preissegment der Lasermäuse angesiedelt ist, mir aber schon lange als zuverlässige Maus dient. Als Tests wurden apm (actions per minute) Messungen in Starcraft II vorgenommen, die Durchspieldauer von diversen Diablo II Gebieten gemessen und geschaut, wieviel Zeit benötigt wird, um den Beben 1 Endboss 8 mal zu besiegen. Außerdem wurde mit allen Mäusen League of Legends gespielt und ein qualitative Betrachtung durchgeführt.

Diablo II

Einer der Testcharaktere. Nicht wirklich wichtig für die Tests, aber wichtig zum Posen. Gespielt wurden Level 99 Charaktere im geschlossenen Battle.net, die das blutige Vorgebirge durchqueren mussten. Dabei war es für alle Helden kein Problem die Monster zu besiegen, das Haupthindernis liegt in der Navigation und dem Zielsicheren Treffen der stets tödlichen Zauber. Aufgrunddessen wurde sich für ein solches Setting mit überdimensionierten Helden entschieden. Es wurden mit Frost Orb und Feuerball mit der Zauberin sowie mit Raserei mit dem Barbaren die Bloody Hills gesäubert. Ferner wurde das gesamte Arcane Sanctuary (Geheime Zuflucht) mit dem Totenbeschwörer und seinem Knochenspeer geräumt.

Der Diablo II Test zeigt keine gravierenden Unterschiede. Die Höhe zeigt an, wie lange jeweils gebraucht wurde. Lediglich beim Knochenspeer kann die Kone+ ihre Potential ausspielen. Die Grafik zeigt die Ergebnisse und es lassen sich leichte Unterschiede erkennen. Besonders beim Knochenspeer war es sehr angenehm mit der Kone[+] die dpi auf ein Minimum von 300 runterstellen zu können. Da dieser Zauber auf große Entfernungen abgeschossen werden kann und in dem gewählten Gebiet die Feinde sehr geradlinig vor einem liegen, ist es nicht nötig die Maus großflächig über den Bildschirm zu bewegen, sondern es genügt kleine aber präzise Bewegungen  zu machen. Ähnlich sieht es bei dem Raserei Barbar aus. Dieser rennt so unglaublich schnell durch die Gegend und schneidet kreissägenartig durch Monstermassen, so dass bereits feine Bewegungen ausreichen, um ihn einige Fußballfelder weit zu bewegen.
Frost Orb hingegen ist ein Zauber, der so flächendeckend vernichtet, dass man kaum gut zielen muss. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass der Einfluss der verschiedenen Mäuse kaum spürbar war. Bei Feuerball verhielt es sich ähnlich. Die Referenzmaus konnte hier besser abschneiden, da die Kone[+] kurze Aussetzer hatte, die besonders dann auftreten, wenn mehrere Mäuse gleichzeitig angeschlossen sind.

Die Tests mit Diablo II zeigen deutlich, dass die Kone[+] eine sehr komfortable Maus ist, da die einstellbaren dpi per Knopfdruck das schnelle Umschalten von einem Helden auf den anderen ermöglichen, ohne Steuerungskomfort einzubüßen. Trotzdem konnte kein signifikanter Vorteil gefunden werden, denn die spielrelevanten dpi liegen alle in einem Bereich, die auch von einer herkömmlichen Lasermaus abgedeckt werden können. Die Kova[+] liegt ein Stück hinter den anderen beiden Mäusen. Dies liegt vor allem daran, dass die dpi nicht so flexibel eingestellt werden können.

Quake I

Die Höhe zeigt an, wie lange es gedauert hat, den Endboss 8 mal zu besiegen. Bei Quake I wird der Endboss besiegt, in dem man sich an einigen der schwersten Monster vorbei kämpft und am Ende im richtigen Moment in einen Teleporter springt. Dann landet man mitten in dem Endboss und der Held schaufelt sich seinen Weg nach draußen mit seiner Axt. Das Level ist besonders deshalb geeignet, da es zuerst darum geht mit geschicktem hit&run den ersten Gegner zu besiegen. Danach ist es nicht möglich alle Gegner im direkten Kampf zu besiegen, da ständig neue erzeugt werden. Es muss an ihnen vorbeigerannt werden, um zum Teleporter zu gelangen.

Die Grafik zeigt die benötigte Zeit mit den verschiedenen Mäusen. Hier konnte die Kone[+] keine ihrer Stärken ausspielen. Zum Einen ist die dpi Zahl hier eher zweitrangig, zum Anderen war vielleicht die eingespieltere Maus von Trust überlegen, da sie sanfter über die Oberfläche gleitet. Die Kova[+] ordnet sich im Mittelfeld ein.

Starcraft II

Die Messung der actions per minute in Starcraft II zeigt, dass die Kova+ leicht zurückliegt. Die anderen beide Mäuse sind auf Augenhöhe. Beim Starcraft II Test wurden die apm als Maßstab herangezogen. Mit Sicherheit ein fragwürdiges Maß für das Können eines Spielers, aber trotzdem ein geeignetes Maß für die Bedienungsfreundlichkeit der Maus. Abgesehen davon, dass große Unterschiede in der Tagesform beobachtet wurde, wurde jede Maus mit verschiedenen Rassen getestet und über die Starcraft II spielenden Mitglieder der Redaktion gemittelt. Das heißt über Qiong und mich. Meine unglaublich hohen apm wurden dementsprechend leider von Qiong weit heruntergezogen. Trotzdem lässt sich auch hier eine große Stärke der MI-6200 erkennen, gefolgt von Kone. Als sich dieses Ergebnis abzeichnete, wurde vermutet, dass möglicherweise die MI-6200 nur deshalb so gut abschneidet, da ich bereits eingespielt mit dieser Maus bin. Aber auch Qiong konnte mit dieser Maus seine höchsten APM erzielen.
Starcraft II ist auch deshalb sehr interessant, da es mitunter die höchsten dpi benötigt. 3000 dpi sind hier definitiv im gut spielbaren Bereich. Die MI-6200 schneidet möglicherweise deshalb so gut ab, weil sie sehr gut mit dem Beschleunigungsmodus funktioniert. D.h. Je länger man die Maus in eine Richtung bewegt, desto schneller wird sie. Dieser Modus kann natürlich sehr schnell die Präzision bei ausschweifenden Bewegungen beeinflussen, was bei „echten“ dpi nicht so schnell passiert. Dafür ermöglicht diese Einstellung aber sehr zielgenaues treffen bei kleinen Bewegungen und gleichzeitig einen hohe Geschwindigkeit für weitreichende Bewegungen. Den bisherigen Tests zufolge ist dies eine besonders wichtige Eigenschaft in Starcraft II. Trotzdem vermittelt die Kone[+] ein Gefühl von hoher Präzision, selbst wenn man 3000 dpi eingestellt hat. Die Kova[+] sortiert sich auch bei Starcraft II wieder als der kleine Bruder ein und fällt ein gutes Stück hinter der Kone[+] zurück.

League of Legends

Typische Szene beim Testen der Mäuse in League of Legends In League of Legends kann eine gut angepasste Maus durch nichts ersetzt werden. Trifft eine Fähigkeit nicht richtig oder klickt man ein Stück am Busch vorbei, so kann das schon den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Auch hier wieder zeigen sich die per Knopfdruck einstellbaren dpi als größtes Zugpferd der Kone[+]. Verschiedene Helden spielen sich teilweise komplett verschieden. Gefühlt macht die Kone[+] hier einen sehr guten Eindruck. Man merkt beim Ausführen der Skillshots sofort einen Unterschied zwischen 900 oder 1200 dpi. So können 900 dpi als perfekt empfunden werden und 1200 dpi schon als viel zu schnell. Das ganze kann sich schon mit dem Kauf von Boots verändern, so dass man mit einer höheren Bewegungsgeschwindigkeit des Heldens gerne mal auf 1200 dpi erhöhen möchte. Die Kova[+] fällt beim Spielen von League of Legends vor allem durch ihr niedriges Gewicht auf. Man hat schnell das Gefühl, dass man mit der Kone[+] zielsicher spielt und auch die MI-6200 kann mit der Zeigerbeschleunigung wieder ein gutes Spielgefühl vermitteln.

Office Anwendungen

Eine typische Situation in der die Kone+ mit ihren Stärken aufwarten kann! Wahrscheinlich hätte niemand erwartet, dass gerade in diesem Bereich der Sieger so eindeutig ist. Die Kone[+] macht hier einfach am meisten Spaß. Besonders bei Bildbearbeitung und filigraner Arbeit mit der Maus ist es enorm angenehm, schnell mal die dpi auf 300 drosseln zu können. Hier hat man auch die Zeit, die Tasten sinnvoll zu belegen und dann auch zu benutzen. Man kann z.B. auf die seitlichen Bewegungen des Mausrads Copy und Paste legen, so dass man nur mit der Maus eine Doktorarbeit schreiben kann. Da würde sogar Karl Theodor sofort zur Kone[+] greifen.

Fazit

Beide Mäuse von Roccat sind definitiv gute Mäuse. Man kann ihnen gut arbeiten und spielen. Im Test gab es zuerst ein paar Probleme mit unserem Presseexemplar der Kone[+], der Laser fiel bereits früh aus und die Maus war kaputt. Roccat tauschte die Maus allerdings binnen kurzer Zeit gegen ein Endkunden Modell aus und seitdem geht die Maus bereits seit Wochen einwandfrei. Es ließen sich außerdem im Internet keine Hinweise darauf finden, dass das Problem bei der Endkundenversion öfter auftritt.

Ein klares Manko hat allerdings die Kova[+]. Sie kommt mit weißen oder sehr hellen Mauspads und Oberflächen nicht klar, und ruckelt auf diesen Oberflächen, vor allem bei den niedrigen DPI Einstellungen. Natürlich lässt sich dieses Problem vermeiden, indem man auf helle Mauspads verzichtet, allerdings sollte dieses Problem bei einer Markenmaus im mittleren Preissegment nicht auftreten.

Abgesehen davon weisen aber beide Mäuse eine gute Kompatibilität auf und funktionieren sehr gut.

Die Kone[+] ist ohne Zweifel das Komfortwunder. Man kann sie überall anschließen und die Einstellungen werden mitgenommen, die Tasten auf der Maus machen Sinn und passen zusammen, die Software hat fast schon zuviele Optionen und sie liegt super in der Hand.

Die Kova[+] ist eine solide Maus, leistet aber zu wenig, um den höheren Preis (50€) gegenüber den günstigeren Modellen mit ca. 15€ zu rechtfertigen.

Auch wenn die Kone[+] mit 70€ eine teure Maus ist, so macht es Sinn, wenn man sich bereits für eine teure Maus entschieden hat, die Kone zu nehmen. Die Kova[+] besitzt die wichtigsten Eigenschaften der Kone[+] nicht und kostet deutlich mehr als eine vergleichbare, preiswertere Lasermaus wie z.B. die MI-6200. Diese ist und bleibt ein Preisknaller, die zugegebenermaßen eine harte Referenz ist, da es viele ähnliche Mäuse gibt, die deutlich schlechter sind.

Außerdem muss man auch eingestehen, dass die Kone.

Am Ende überzeugen beide Mäuse außerdem durch einen unschlagbaren Preis, da sowohl die Kone mit etwa 40€ deutlich billiger sind, als die Gaming Equipment Konkurrenz, die meistens erst ab 100€ zu haben sind.

Mein persönliches Fazit lautet daher, dass man definitiv keine Highend-Maus benötigt, um gut spielen zu können. Mein Urteil beruht besonders auf den apm-Messungen und den Langzeittests mit League of Legends. Trotdzem macht es sehr viel Spaß eine gute Maus in den Händen zu halten, da man den hohen Komfort nicht mehr missen möchte, wenn man eine zeitlang mit der Kone eine sehr gute Wahl. Sie ist deutlich günstiger als viele 120-130€ Modelle der Konkurrenz, leistet mehr und ist dazu noch besser verarbeitet. Es bleibt daher abschließend zu sagen, dass die Kone[+] keine Offenbarung ist und für gutes Gaming nicht so wichtig ist, aber wie ein guter Schläger für gutes Tennis, sie aufgrund der vielen positiven Eigenschaften auf keinen Fall eine Fehlinvestition ist.









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