- von Qiong Wu am 02.07.2010, 11:17, Kommentare
Wenn irgendwas polarisiert, dann Dota. Das Spielprinzip das es von der Funmap bis zur ESports disziplin geschafft hat hat sich schon lange von „Mutti Warcraft“ entkoppelt. Wer Dota kennt weiß, die Rede ist von League of Legends und Heroes of Newerth.
Im Prinzip alles das gleiche und trotzdem verschieden, denn die Wahl zwischen den drei Brüdern polarisiert. Hon Spieler hassen LoL, LoL Spieler hassen Hon und die Oldschool Fraktion erkennt alles andere als Dota ohnehin nicht an. Mal ist es der Comicstil, mal ist es das Gameplay, in jedem Fall gibt es Unterschiede. Ob die nur geschmacklicher Natur sind oder ob es wirklich einen Gewinner im Kampf um das echte Mobagame geben kann, das haben wir mal unter die Lupe genommen.
Dota
Fangen wir bei den Wurzeln an. Dota, Defense of the Ancients, ein Spielprinzip nach dem Geschmack von Aeon of Strife.
Neben The Great Strategy, XAos und vielen anderen AoS ist Dota eine der vielen Aos Ableger die sich großer Beliebtheit im Battle.net erfreut haben. Im Gegensatz zu den anderen prägte Dota allerdings eine Ära.
Historisch gesehen entwickelte sich aus der sogenannten Ursuppe der Funmaps die erste Ära stupider bis nervtötender Funmaps. Wie jeder weiß ist dieses Stadium geprägt von Vertretern der Tower Defense Familie, Hero Arenas, und Sheep Tag Schwachsinn. (Die Stracraft II Beta ist übrigens nie über dieses Stadium hinausgekommen). Nicht zu vergessen auch endlos lange und sinnbefreite „RPG“ Maps mit „tiefgehender“ Handlung.
Das zweite Stadium besteht hauptsächlich aus leicht innovativeren Spielkonzepten, MiniGunners, SmashTV, oder Sniper Maps. Das wichtigste aber: die ersten Aeon of Strife Maps zeigen sich.
Im Wesentlichen eine Erweiterung des Hero Arena Prinzips um periodisch spawnende Einheitenwellen die aufeinanderprallen auf typischerweise 3 Lanes. Spielablauf: In die Mitte rennen, Einheiten und Helden vernichten, wer zuerst das Hauptgebäude des Gegners zerstört hat gewonnen.
Der Urvater des Dota ist geboren.
Die dritte Ära ist die Hochblüte der Funmaps. Innovation trifft ausgegorene Technik. Ein riesiges Spektrum hochqualitativer Funmaps bevölkert die Battle.net Landschaft. Neben Tech Wars tummeln sich Spellcraft, TGS und Xaos. Dota ist nur eine von vielen erfolgreichen und guten Funmaps.
Der Schritt von der dritten Hochära der Funmaps in die vierte Ära ist bisher noch wenig verstanden und nachvollzogen. Eine unbekannte Macht hat den Großteil der Funmaps ausgelöscht. Vorbei ist die Vielfalt der Vergangenheit. Das postapokalyptische Custom Games Universum wird von drei Supermächten dominiert.
Der primitiven Horde der Footman Wars, den überladen sinnfreien Stämmen der Naruto /Anime Funmaps und natürlich der ehemaligen Hochkultur Dota.
Dota. Eine mittlerweile unzählbare Anzahl von Helden und ein schier unüberblickbares Meer an Itemrezepten, für den Neuling ein mysteriöses Abenteuerland.
Das Spielprinzip ist eigentlich Einfach: nach dem Auswendiglernen der cirka 5,6 Milliarden Itemrezepte und dem sich Vertrautmachen mit den 6,7 Millionen Helden hat man schonmal die Grundlagen drauf. Dann zählt eigentlich nur noch im richtigen Moment das richtige zu tun und schon ist man ein echter Dota Pro.
Viel schwieriger als das technische Know-How ist wie immer das komplexe kulturelle Netz der Dotaspieler.
Angefangen damit dass man nirgends im Battle.net über das konventionelle Map Downloading die Karte runterladen kann weil Map Downloader prinzipiell immer gekickt werden, ist das Hocharbeiten in der Dotawelt mehr als mühsam. 90 Pronzent der Dotakultur besteht darin Noobs zu kicken, bannen, zu flamen, bzw. selbiges zu ertragen. 10 Prozent besteht darin regelmäßig zu leaven.
Kurz gesagt, Dota hat für eine Funmap eine extrem flache Lernkurve, der Frust den man ertragen muss bis man es sich leisten auch mal andere Games als Games die „NOOBS ONLY!!!!!!111“ im Namen haben joinen zu können, ist unendlich hoch.
Wenn man diese Anstrengungen überwunden hat, dann ist Dota aber ein interessantes und spannendes Spiel, an dem nach wie vor viel verändert wird, das eine riesige Anzahl von Möglichkeiten bietet und sich einer breiten Userbase erfreut. Nicht umsonst hat es Dota geschafft als eigene Rubrik in der Electronic Sports League aufgenommen zu werden.
Technisch hat Dota als Warcraft Map natürlich immer noch den enormen Nachteil dass es keine eingebauten Tools für wichtige Funktionen wie Matchmaking, Leaverprävention, Laddersystem und Win/Loss Profile gibt. Trotz starker Bemühungen mit externen Tools Verbesserungen herbeizuführen gibt und wird es auch immer viele Leaver in Dota geben.
League of Legends
League of Legends ist einer der direkten Ableger von Dota. Im Wesentlichen kann man sich die Entsteheung von Lol folgendermaßen vorstellen:
SpieleManagerA: Hey also dota is ja ziemlich geil
SpieleManagerB: Da hast du total recht, mich nerven nur die vielen Leaver und dass es kein gescheites Matchmaking gibt.
SpieleManagerA: Weist du was, wir sind doch SpieleManager. Lass uns Dota als eigenes Spiel rausbringen und unglaublich reich werden!
SpieleManagerB: Jo
Lol ist aber noch mehr als ein Standalone Dota. Wenn man genauer hinsieht gibt es viele feine Unterscheide die LoL anders machen als Dota, manche Leute sagen sogar dass diese Unterschiede Lol gerade besser machen als Dota. (Natürlich gibt es auch Leute die sagen dass diese Unterschiede Lol viel schlechter machen als Dota…)
Einer dieser feinen Unterschiede ist, dass es in Lol kein Denying gibt. Denying ist eines der vielen Dota Fachbegriffe und bedeutet dass man die eigenen Einheiten angreift und tötet damit der Gegner dieses nicht tun kann um Geld zu erhalten.
Die Macher von Lol schreiben auf ihrer Guide Seite für Dota Gamer dass Denying bewusst entfernt wurde um Fairness zwischen melee und ranged Heldenauszugleichen. Nichtsdestotrotz ist diese Entscheidung relativ umstritten, gerade alte Hasen die auf Lol wechseln sind es nicht gewohnt dass nicht denied werden kann.
Der Fokus der Entwickler ist auch allgemein weg vom klassischen Dota Micromanagement Gemetzel von Denying, und Last Hitting hin zu einem fetzigeren und aggressiveren Kampferlebnis Held gegen Held. Gerade Elemente wie die Büsche in denen man sich verstecken kann um einen Hinterhalt zu legen peppen das Spielerlebnis auf.
Überhaupt sind strategische Entscheidung und etwas Taktik bei Lol wesentlich wichtiger als pures Kills sammeln. Im Gegensatz zu Dota ist es durchaus auch möglich ein Spiel zu gewinnen wenn man hinten liegt. Die richtige Balance zwischen offensivem und defensivem Spiel kann ein Spiel mehr entscheiden als die bloße Anzahl der Kills uns Deaths.
Für Spieler mit mehr strategischem und taktischem Hintergrund ist gerade das eine Erfrischung im Gegensatz zum sehr stark Mausklickreaktionsabhängigen Dota.
Lol kann im Gegensatz zu Dota nicht mit einer so unendlichen Anzahl an Helden aufwarten, was auf der einen Seite die Spieltiefe verringert, auf der anderen Seite aber auch den Einstieg etwas erleichtert. Und auch in Bezug auf Gegenstände vereinfacht Lol einiges indem Rezepte jetzt direkt automatisch kombiniert werden können und es einen übersichtlicheren Itemshop gibt.
Ansonsten profitiert Lol natürlich davon ein eigenes Spiel zu sein indem es automatisiertes Matchmaking bereitstellt, Spielerprofile und Spielern die Möglichkeit bietet sich bei Disconnects wieder zum Spiel zu verbinden.
Was die Spielmodi angeht gibt es in Lol derzeit Normal Games und Practice Games. Normal Games werden über das Matchmaking System gefunden (alleine oder mit Freunden Premade) während bei Practice Games wie bei Warcraft Spiele von Spielern erstellt werden, denen dann andere Spieler beitreten. Wie der Name schon sagt dienen Practice Games hauptsächlich dem Ausprobieren und werden zb für Freundschaftsspiele gegeneinander verwendet. Einen Einfluss auf die Stats haben Practice Games nicht.
Heroes of Newerth
Die Entstehung von Heroes of Newerth
Wenn Lol ein Ableger von Dota ist, dann ist Heroes of Newerth ein Klon von Dota. Das Spiel bleibt dem Dota Spielprinzip in jeder Linie treu.
Hier finden sich mit Abstand die meisten ex-Dota Spieler, denn das Feeling von Hon ist fast dasselbe wie bei Dota. Das plus alle Annehmlichkeiten des Standalone Games wie Matchmaking, Leaver Protection und Stats machen Hon zu einem prädestinierten Nachfolger von Dota.
Als einziger Kandidat ist Heroes of Newerth seit Ende der Beta ein kostenpflichtiges Spiel.
Fazit
Klar, wer Dota nicht mag mag Dota nicht. Wer Dota mag mag Hon. Und Wer Dota mag, könnte Lol mögen. Wahrscheinlich aber eher nicht. In dieser Dreierrunde ist Lol der Sonderling. Lol versucht das Konzept Dota zu erweitern und entfernt sich damit aus dem klassischen Dotagenre.
Die Entscheidung zwischen Lol und Hon ist letzten Endes somit nicht eine Entscheidung um das besser gemachte Spiel, sondern eine Entscheidung für eine Gaming Philosophie.
Dota
Was rockt
Viele Viele Helden
Viele Viele Items
Was stinkt
Schwer zu lernen
Kein Matchmaking
Keine Profile
League of Legends
Was rockt
Übersichtlicher
Einfacher
Summoner Skills
Erweitert das Spielprinzip um viele Ideen
Was stinkt
Mehr Noobs
Heroes of Newerth
Was rockt
Was stinkt
Kostet Geld
Was Hon Gamer über Lol denken


Facebook
FeedBurner
YouTube
Twitter