Bibliothek

Weitere Informationen zu dem Spiel.

Weitere Neuigkeiten
› Sieg für die Pressefreiheit
› Onlinepresse empört über Fröhlich
› play vanilla - Computec startet Frauenmagazin

Funktionen

Permanenter Link

Diese Meldung als Lesezeichen hinzufügen:
Diese Meldung bei Mister Wrong als Lesezeichen hinzufügen Diese Meldung bei Google als Lesezeichen hinzufügen Diese Meldung bei del.icio.us als Lesezeichen hinzufügen Diese Meldung bei Linkarena als Lesezeichen hinzufügen

Werbung

Top-Meldung
Games Convention Online 2009: Ziel knapp verfehlt - Fortsetzung folgt
Lesen Sie mehr in den GamePorts-Neuigkeiten

Medien

Kritik an Arbeitsbedingungen in der Spielebranche

Zu lange Arbeitszeiten, schlechte Bedinungen: Die Linkspartei kritisiert mit harschen Worten die Spielebranche. Verbesserungen müsse es dringend geben. Betroffen sind auch Journalisten, die über Spiele schreiben.

Von Frederic Schneider und Markus Stahmann

Gegenüber GamePorts kritisiert Linkspartei-Chef Prof. Dr. Lothar Bisky, zugleich medienpolitischer Sprecher seiner Partei im Bundestag, die Arbeitsbedingungen für Computerspiele-Entwickler. Vor allem ein Antrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Förderung der Branche (mehr ...) verkenne die industriellen Fertiggungspraktiken und sähe über prekäre Beschäftigung ("Hire and Fire") sowie überlangen Arbeitszeiten hinweg.

Außerdem würden Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz und den Arbeitsschutz begangen. Die Branche würde zu sehr als Experimentierfeld dienen, so Bisky. Benjamin Nitschke vom ausgezeichneten Studio exDream Entertainment sagte im GamePorts-Gespräch, zwar müssten die Entwickler in der Spielebranche länger arbeiten und bekämen vergleichsweise weniger Geld. Dafür hätten sie jedoch überdurchschnittlich viel Spaß an der Arbeit.

Der Beruf des Grafikers oder Spieleentwickler sei sehr beliebt, es gebe weniger Arbeitsplätze als Anfragen. Einsteiger in den Beruf bekommen rund 2.000 EUR im Monat gezahlt, doch nicht selten wird von diesem Richtwert abgewichen - nach unten. Qualitätstester von Spielen sind fast ausschließlich Praktikanten und bekommen wenig bis nichts gezahlt, ähnlich ergeht es dem ein oder anderen Grafiker. Lediglich international positionierte Unternehmen wie Electronic Arts, so Nitschke, könnten normal bezahlen. Dazu zählen auch die Studios Crytek und Phenomic (EA Germany), beide mit Sitz in Frankfurt am Main.

"Als freier Redakteur überleben zu wollen, ist Selbstmord"

Nach Informationen von GamePorts sind auch Journalisten innerhalb der Spielebranche in der Regel unterbezahlt. Ein Redakteur, der nicht näher genannt werden möchte, sagte, er kenne keine Redaktion, die nach Tarif zahle. Selbst Verlage wie Computec (PC Action, PC Games) zahlen nicht gut, so der Journalist. Und: "Als freier Redakteur in der Spielebranche überleben zu wollen, das ist Selbstmord."

André Peschke, Vorsitzender des Verbandes deutscher Online-Spielemagazine, bestätigt zwar, dass Spielejournalisten überdurchschnittlich lang arbeiten müssten - und auch wenig verdienen. Die Testphase eines Videospieles "mit dem Tarifgehalt eines Redakteurs zu entlohnen", sei jedoch "quasi nicht möglich". Zehn Stunden am Tag seien keine Ausnahme, sondern Normalfall. Dies ist laut Peschke jedoch notwendig, da das Testen eines Spieles viel Zeit in Anspruch nimmt und auch die Texte noch verfasst werden müssen. Dafür könnten viele Journalisten ihr Hobby ("ihre Liebe zu Spielen") jedoch zum Beruf machen, der "abwechslungsreich, spannend, unterhaltsam und einfach erfüllend ist".

(red)

Veröffentlicht am Dienstag, 29. Januar 2008 um 17:20 Uhr