Veröffentlicht am Freitag, 1. Mai 2009 von Andrea Huntke
Dieses Jahr fand zum dritten Mal die Lange Nacht der Computerspiele an der größten Fachhochschule Sachsens statt, der HTWK Leipzig. In der Nacht vom 25. April 2009 auf den 26. April versammelten sich viele Studenten aus Leipzig und Liebhaber von Videospielen in der Hochschule, um den Worten Renè Meyers und Thomas Janitzkys zu lauschen.
Das Poster wurde von Thomas Janitzky entworfen, der im Verlauf des Abends einen Vortrag mit dem Titel "Pixelsperrfeuer und Trackball-Knattern" hielt. Er versuchte damit, den Gästen einen neuen Blick auf die Welt der Spiele und Konsolen zu öffnen. Vor der Veranstaltung konnten sich viele der Besucher etwa nicht vorstellen, mithilfe der Soundchips aus alten und aktuellen Konsolen zu musizieren. Bekannte Melodien, wie Axel F oder die Musik von Depeche Mode, erfuhren so durch die Neuauflage eine Renaissance.

Reden ist Silber, Spielen ist Gold - endlich ging es zur Sache.

Die Rolle der Gastredner durften die frisch gebackenen Fußball-Vize-Meister Rico Tilgner und Thomas Reinhardt übernehmen. Sie rannten allerdings nicht selbst dem Ball hinterher, sondern überließen dies - wie es sich für Informatiker gehört - den Bots. Bei den RoboCup German Open in Hannover holten sie für die HTWK-Leipzig den zweiten Platz. In ihrer Rede ging es vor allem um die Bedingungen während des Turniers, aber ebenfalls um die Akteure, die Roboter. Diese hat auch das Publikum in ihr Herz geschlossen und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die meisten Fragen um die Sportler aus Blech drehte.

Einer der Hauptorganisatoren neben René Meyer ist Professor Klaus Bastian, der ebenfalls mit seinem technischen Know-How zu der Veranstaltung beitrug.

Kaum waren die Pforten des Zuse-Baus der HTWK geöffnet, stürmten die Freunde der Videospiel-Unterhaltung zu ihren Spielgeräten. Jeder Besucher konnte an zahlreichen Computern diverse Spiele begutachten, darunter Klassiker, wie GTA3, aber auch aktuelle Hits wie World of Warcraft. Damit weniger erfahrene Spieler ohne Scheu auf ihre Kosten kommen können, wurde die ComputerSpielSchule-Leipzig um Hilfe gebeten. Sie hat Neulingen zum Einstieg beispielsweise die Steuerung erörtert. Auf den Gängen zu den Spiel-Räumen gab es eine Ausstellung zu begutachten, die die Geschichte der Videospiele zeigt. Hier standen Geräte aus 30 Jahren digitalen Zeitvertreibs aus der Sammlung von René Meyer und zeigten unter anderem alte Amigas, die zum Teil älter sind als die Besucher, die sie bestaunten.

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen einer Hochschule, kamen zur langen Nacht der Computerspiele nicht nur Interessenten, die nah an der Quelle sitzen. Viele der von uns zufällig befragten Gäste haben z. B. den Newsticker von Heise Online als Ort der Information genannt. Nicht zu kurz kommen dennoch die Studenten, die das Event mittlerweile als kultig ansehen und es deshalb als Pflichtveranstaltung wahrnehmen müssen.
Auf die Frage, wie es denn heute mit dem regelmäßigen Spielkonsum aussähe, erwiderten unsere "Probanten" vor allem, dass sie zwar sehr gerne spielen, auch retro, aber es leider das Berufsleben nur allzuoft zu verhindern weiß, Spiele ausgiebig genießen zu können.
Insgesamt nehmen sich alte und neue Spiele bezüglich ihrer Beliebtheit aber nicht allzuviel, wobei der Trend auffällt, dass je nach Alter auch die älteren Spiele lieber gespielt werden; so meint etwa Frank, der mit seinem Sohn da war: "Ich spiele nicht mehr viel und wenn, dann eher die alten Spiele."
Unterschiede gab es beim allerersten Spielgerät unserer Befragten. Während die jüngere Generation vor allem Nintendo-Konsolen, beispielsweise den Game Boy oder das SNES, nennt, sind sogar wahre Dinos unter den Träumen der Jugendzeit zu finden, so z. B. der Commodore 64 oder der Sinclair ZX Spectrum.
Wenig überraschend demnach die Ergebnisse bei den ersten Spielen, die auf der jeweiligen Hardware gezockt wurden. Auf dem Game Boy war es Super Mario Land. Der Klempner aus Italien steht auch beim SNES hoch im Kurs. Von der richtig guten, alten Zeit weiß allerdings Frank noch zu berichten: "Ich musste meine Spiele selbst programmieren mit Basic. Wenn es Spiele gab, gab es die nur auf Kassetten. Es war umständlich, aber meist hat man seine Spiele selbst gestaltet."

Wie bereits erwähnt, konnten neben relativ aktuellen Spielen zudem ältere Konsolen begutachtet werden. Aufgrund der längeren Zeitspanne waren natürlich die älteren Schätze der größere Publikumsmagnet. Auf vielen der alten Konsolen konnte sogar im Laufe des Abends gespielt werden, jedoch nicht auf allen. Das hat natürlich einen guten Grund, denn die Ausstellungsstücke stammen aus der privaten Sammlung von René Meyer. Er hat die größte Sammlung von Videospielhardware weltweit und steht damit seit der Games Convention 2007 sogar im Guinness-Buch der Rekorde.
Aber nicht nur die Ausstellungsstücke von René Meyer zeigten ein Stück Spielgeschichte, sondern auch alte Platinen mit Spielen wie Tic Tac Toe.
Die lange Nacht der Computerspiele dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Wie es sich für eine echte LAN-Party gehört, bildeten sich aus dem Nichts kleine Gruppen, die ein Spontan-Match der Ur-Version des allseits beliebten Shooters Unreal Tournament ansetzen. Den Server dazu setze die Hochschulleitung auf.