gamescom: Keine Käsebrezeln am Tag 3

Der Freitag für die GamePorts-Redakteure startete etwas später als die vorangegangenen Messetage, denn dankenswerterweise hatte jemand die Termine für heute etwas später angesetzt. Welche katastrophalen Folgen das für den Magen von Alexander Trust hatte, liest ihr in unserem Tagebuch.

Stefan Keller: Frederic und ich, der Kollege Keller, wir wollten unbedingt schauen, ob Microsofts Antwort auf Singstar, LIPS, auch aus uns zwei gestandende Party-Karaokesänger machen würde. Da es in der Bedienung haperte, kam eine Messe-Hostesse uns Schütteln helfen. Die Mikrofone von LIPS hat Microsoft nämlich schnurlos sowie zudem mit einem Bewegungssensor konzipiert und wer mitsingen möchte, muss sein Mikrofon schütteln, während die Xbox den Song lädt. Nach einer bitteren Blamage bei Nenas „99 Luftballons“ haben wir uns für den guten „Major Tom“ von Peter Schilling entschieden. Eins ist aber klar: Entweder können wir nur manchmal ein paar Töne treffen, oder manche Lieder sind besser synchronisiert als andere. War lustig, aber wenn letzteres der Fall sein sollte, wäre das echt schade.

Dass ich den Chefredakteur in Grund und Boden gejault habe, erwähne ich lieber nicht. (Wer’s trotzdem hören möchte: ich hatte 527000 Punkte, er 475000.)

Zu zweit traten Alexander und Frederic bei Konami an und ließen sich Spiele vorstellen. Währenddessen versuchte ich die Zeit zu nutzen und mich bei GTA über Chinatown Wars für die PSP und dem neuen GTA4-Addon für die Xbox zu informieren. Jedoch war der Türsteher dagegen, ich solle mich hinten anstellen und nein, meine Presse-Eintrittskarte ändere an der Situation „überhaupt nichts“. Aber auf eine Stunde warten hatte ich ehrlich gesagt keine Lust – und LIPS war ja auch lustig.

Etwas Sinnvolles habe ich auch vorzuweisen, denn ich habe mir für euch Venetica angeschaut. dtp Entertainment ist zwar eher für Adventures bekannt, doch das Rollenspiel schaut nett aus und ist einen Blick wert.

Alexander Trust: Aufm Flur kamen sie mir entgegen, wenn ich an ihnen vorbeiging – die Kamps-Verkäufer mit ihren Brezelwagen, ich hab oft genug einen Bogen um sie gemacht, wollte aber insgeheim jeden Tag eine Käsebrezel kaufen. Heute Nachmittag, lange nach dem LIPS-Auftritt von Kollege Keller und Frederic, ging der eine sich verabschieden und wir anderen kamen wieder an den Verkäufern mit den roten Schürzen vorbei. Ich wollte, aber ich konnte nicht. Denn Brezeln mit Käse gab’s keine mehr.

Die Nummer 84 ist nicht meine Glücksnummer gewesen, sondern just die Zahl, für die ich einen Abriss bekam. Einen papiernen Abriss, mit dem ich später das Stativ abholen wollte. Wir sahen der Dame dabei zu, wie sie durch ihre Ordnung blickte und das Stativ nicht fand, obwohl jeder von uns ihr nacheinander einen dezenten Hinweis gegeben hatte. Bereits am Tag zuvor hatte sie sich nicht mit dem größten Orientierungssinn ausgestattet zu erkennen gegeben. Wenn man von dem Fragebogen zur TV-Aufnahme für den „Run“ absieht, dann gab es auch anderen Stellen auf der Messe Missgeschicke, die mit Hostessen und Messepersonal zu tun hatten. Auf einer Präsentation in Halle 5.2 bei Konami gingen einige Gläser zu Bruch, weil die Hostesse das Tablett mit Cola-Gläsern und -Flaschen falsch abstellte. Kann passieren und mein Mitleid hat die gute Frau, hab ich immerhin schon selbst gekellnert. Und Tage zuvor wurde binnen drei Minuten das Kurzzeitgedächtnis einer anderen „sexy“ Helferin überschrieben, die nicht nur nicht gut aussah, sondern versuchte mir denselben Flyer ein zweites Mal anzudrehen.

Frederic Schneider: Die gamescom hat immer noch keine Besucherzahlen veröffentlicht. Was gibt es zu verheimlichen? Die Messehalle wirkt – subjektiv – voller als in Leipzig 2008. Die Stimmung ist riesig. Selbstredend: Der Stand von Blizzard ist überfüllt, Wartezeiten von zwei bis vier Stunden sind üblich. Neben dem heuer ausgezeichneten StarCraft 2 zeigen die Amerikaner auch Diablo 3. Bei Razer ging der Punk ab und auch sonst geht das Messekonzept der Kölner bislang auf.

Interessant war der Auftritt der Pop-Band Queensberry in Halle 8 – die Castingband ist bekannt von ProSieben. Die vier Mädchen haben eine sehr schöne Stimme, die lediglich von einigen weiblichen Groupies und derem Gekreische übertönt wurde.

Selbstverständlich haben wir uns aber nicht nur mit dem Rahmenprogramm beschäftigt, sondern auch Spiele angesehen. Bei Ubisoft sah ich mir R.U.S.E. an. Vor allem die Umsetzung des „Schlachtfeldes“ im militärischen Lagezentrum sieht interessant aus. Was es damit auf sich hat, schreibe ich demnächst auf GamePorts.

Neben Ubisoft war ich bei Konami, wo ich mir unter anderem Pro Evolution Soccer 2010 ansah. „PES“ konnte ich mir kürzlich schon einmal in Frankfurt ansehen. Seitdem hat sich einiges verändert, vor allem sind einige Mannschaften freigeschaltet – etwa die deutsche Nationalmannschaft. Die Lizenzen dazu hat Konami ganz frisch. Weiter fehlt aber die angekündigte, neue Stadionatmosphäre.

Neben PES, zeigte uns Konami die XBox 360-Umsetzung von SAW. Gefallen hat meinem Kollegen Alexander und mir die spielhafte Umsetzung und Detailverliebtheit der Entwickler. Er wird sich der Sache mit einem eigenen Bericht annehmen, hat er gesagt.

Impressionen vom Messe-Freitag

Abgelegt unter Mal was anderes von , und am 22. August 2009